Schwarzkümmelöl: Mehr als nur ein Hype?

Schwarzkümmelöl: Mehr als nur ein Hype?

Sie haben sicher schon von dem kleinen schwarzen Samen gehört, der laut Traditionen aus dem Orient Wunder wirken soll. Schwarzkümmelöl wird oft als Allheilmittel angepriesen – von Allergien bis zu hohen Cholesterinwerten. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen Behauptungen und ist dieses Öl tatsächlich die magische Kugel, die uns versprochen wird? Wir haben uns das genauer angesehen.

Was genau steckt im Schwarzkümmelöl?

Schwarzkümmelöl wird aus den Samen der Pflanze Nigella sativa gewonnen. Interessanterweise hat diese Pflanze nichts mit unserem heimischen Kümmel zu tun, sondern gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Ursprünglich aus Asien stammend, erfreut sich die Pflanze heute auch hierzulande großer Beliebtheit.

Der Geschmack von Schwarzkümmel als Gewürz

Die kleinen, schwarzen Samen ähneln optisch leicht schwarzem Sesam und haben einen eher würzigen, leicht an Kreuzkümmel erinnernden Geschmack. In der orientalischen Küche sind sie als Topping auf Fladenbroten oder als Gewürz in herzhaften Gerichten längst etabliert.

Schwarzkümmelöl: Ein Jahrtausende altes Naturheilmittel

Im Orient ist Schwarzkümmelöl seit Anbeginn der Zeit ein fester Bestandteil der Volksmedizin. Es galt als Stärkung für das Immunsystem und wurde bei Verdauungsproblemen eingesetzt. Auch als Hausmittel für Haut- und Haarprobleme, sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet, genoss es einen hervorragenden Ruf.

Die gesunden Inhaltsstoffe unter der Lupe

Das Geheimnis des Schwarzkümmelöls liegt in seinem reichen Gehalt an gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Doch damit nicht genug: Es ist auch prall gefüllt mit wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Allen voran das Thymoquinon, dem eine stark antibakterielle und keimtötende Wirkung nachgesagt wird. Forscher haben bereits 1995 die entzündungshemmenden Eigenschaften dieses Stoffes nachgewiesen.

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Kann Schwarzkümmelöl bei Allergien helfen?

Die Antwort ist ein vorsichtiges Ja. Es gibt Hinweise darauf, dass Schwarzkümmelöl die Ausschüttung von Histamin, dem Auslöser allergischer Reaktionen, hemmen kann. Studien bei Asthmatikern, Heuschnupfen-Geplagten und Menschen mit Ekzemen deuten auf eine positive Wirkung hin. Sogar bei rheumatischer Arthritis soll das Öl Linderung verschaffen können.

Hilft Schwarzkümmelöl auch bei Diabetes Typ 2?

Es scheint so! Eine Studie mit 114 Diabetikern zeigte deutlich, dass die regelmäßige Einnahme von Schwarzkümmelöl über ein Jahr hinweg den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) und den Nüchternblutzucker spürbar senkte. Das Öl scheint also eine regulierende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel zu haben.

Cholesterinwerte im Griff mit Schwarzkümmelöl?

Ja, auch hier scheinen die Blutfettwerte, darunter auch das Cholesterin, positiv beeinflusst zu werden. Eine umfassende Meta-Analyse von 34 Studien stützt diese Erkenntnis und empfiehlt Schwarzkümmelöl als unterstützende Therapie zur Verbesserung der Blutfettwerte.

Wichtig: Einige Studien wurden mit einer kleinen Teilnehmerzahl und über einen kurzen Zeitraum durchgeführt. Hier ist weitere Forschung definitiv wünschenswert.

Öl oder Kapseln: Was ist besser?

Ein Teelöffel Schwarzkümmelöl pro Tag kann unterstützend wirken. Am besten nicht auf leeren Magen einnehmen. Bei Vorerkrankungen der Leber oder Nieren sollten Sie jedoch unbedingt vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Bevorzugen Sie Kapseln? Achten Sie beim Kauf darauf, dass diese reines, kaltgepresstes Bio-Schwarzkümmelöl enthalten.

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Schwarzkümmelöl in der Küche: Ein Genuss?

Die Verwendung als Speiseöl ist möglich, aber der Geschmack ist sehr speziell. Es eignet sich vor allem für die kalte Küche. Auch die Samen sollten Sie nicht rösten, sondern kalt über Salate oder Suppen streuen.

Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Kennzeichnung „kaltgepresst“. Fehlt diese, wurde das Öl wahrscheinlich erhitzt. „Schwarzkümmelöl ist sehr empfindlich. Es hält sich maximal drei Monate“, warnt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Kaltgepresstes Öl ist zudem preisintensiver und meist in Reformhäusern oder Biomärkten zu finden.

Der Geschmack des Öls ist intensiv, leicht scharf, bitter und pfeffrig. Nicht jedermanns Sache, wenn es um die tägliche Ernährung geht. Wenn Sie primär auf der Suche nach einem gesunden Pflanzenöl mit vielen ungesättigten Fettsäuren sind, könnten Lein- oder Walnussöl eine einfachere Alternative sein.

Schwarzkümmelöl als Zecken-Schutz für Hunde?

Das ist faszinierend! Ein Gymnasiast fand heraus, dass Zecken Blut meiden, das nach Schwarzkümmelöl riecht. Er und sein Hund Filou machten die Erfahrung, dass sie seit der Beimischung des Öls ins Futter keine Zeckenbisse mehr hatten. Dies konnte er in Versuchsreihen belegen.

Viele Hundebesitzer schwören auf Schwarzkümmelöl für ein glänzendes Fell und zur Linderung von Allergien. Sogar Pferde werden in der Tiermedizin damit behandelt, oft als Schutz vor Parasiten.

Achtung: Giftig für Katzen!

Ganz anders sieht es bei unseren Samtpfoten aus. Katzen vertragen Schwarzkümmelöl überhaupt nicht und für sie ist es giftig! Ihnen fehlt das Enzym, das Öl zu verstoffwechseln. Im schlimmsten Fall kann es zu Leberschäden kommen.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit Schwarzkümmelöl gemacht? Wofür nutzen Sie es am liebsten? Teilen Sie uns Ihre Geschichten in den Kommentaren mit!

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