Kennen Sie das? Sie probieren ein Gericht und denken: „Das riecht und schmeckt doch nach Seife!“ Für viele Menschen ist Koriander genau so ein Hass-Gewürz. Doch die Wissenschaft offenbart faszinierende Gründe dafür, warum Sie Koriander lieben oder meiden – und das hat mehr mit Ihrer Genetik zu tun, als Sie denken. Wir verraten, was dahinter steckt und wie Sie den Geschmack vielleicht doch noch für sich entdecken.
Der seifige Schock: Warum Koriander polarisiert
Manche Menschen lieben den frischen, leicht zitronigen Geschmack von Koriander, während andere bei dem Gedanken allein schaudern. Sie beschrieben den Geschmack als seifig, metallisch oder gar wie Spülmittel. Dieses extreme Polarisierung liegt nicht einfach an persönlicher Abneigung.
Genetische Prägung: Ihre Nase entscheidet
Forscher haben entdeckt, dass eine genetische Variante am Geruchsrezeptor OR6A2 eine entscheidende Rolle spielt. Dieser Rezeptor reagiert empfindlich auf bestimmte Aldehyde im Koriander – genau jene chemischen Verbindungen, die auch in vielen Seifen vorkommen. Unser Gehirn interpretiert diese Reize quasi als „Warnsignal“ und löst eine starke Abneigung aus. Das bedeutet, ob Koriander für Sie nach Seife riecht, liegt zu einem grossen Teil in Ihrer DNA.

Der kulturelle Lernprozess: Geschmack ist erlernt
Die genetische Komponente ist jedoch nicht alles. Studien zeigen deutlich, dass auch kulturelle Prägung eine grosse Rolle spielt. In Regionen, in denen Koriander seit jeher ein fester Bestandteil der Küche ist – wie in Lateinamerika oder im Nahen Osten – ist die Zahl der Koriander-Hasser deutlich geringer.
- Menschen europäischer Abstammung zeigen mit 17% die höchste Abneigung gegen Koriander.
- In Kanada mit hispanischen oder nahöstlichen Wurzeln sank dieser Wert auf 4% bzw. 3%.
Das zeigt: Auch wenn Ihre Genetik Sie anfangs abweist, kann Geschmack erlernt werden. Durch regelmässige Exposition in der familiären oder kulturellen Umgebung gewöhnen sich Geschmacksnerven und Gehirn an das Aroma.

Praktischer Tipp: So integrieren Sie Koriander in Ihre Küche
Wenn Sie neugierig geworden sind und dem Koriander eine zweite Chance geben möchten, hier ein paar kulinarische Ideen, die auch die Skeptiker überzeugen könnten:
- Als frisches Finish: Streuen Sie frische Korianderblätter über Tomatensalate, Guacamole oder Ihre selbstgemachte Salsa kurz vor dem Servieren.
- In Suppen und Currys: Besonders in asiatischen Suppen und Currys entfaltet Koriander ein wunderbares Aroma, das gut zu Gemüse und Fleisch passt.
- Zu Fisch und Orangen: Koriander harmoniert hervorragend mit Fischgerichten und passt auch wunderbar zu Gerichten, die Orangen oder Limetten enthalten, wie Couscous-Salaten.
Beachten Sie: Frische Korianderblätter verlieren bei Hitze schnell ihr Aroma. Sie sollten daher erst gegen Ende der Kochzeit oder roh hinzugefügt werden. Anders die Koriandersamen, die gut mitgekocht oder geröstet werden können. Sie passen wunderbar in Schmorgerichte, zu Schweinefleisch oder ins Brotbacken – typisch für manches fränkische Bauernbrot.
Den Geschmack trainieren: Ein Weg zum Koriander-Fan?
Die gute Nachricht ist: Ja, Sie können sich an den Geschmack von Koriander gewöhnen. Beginnen Sie mit kleinen Mengen, integrieren Sie ihn in Gerichte, die Sie bereits mögen, und probieren Sie ihn immer wieder in verschiedenen Kontexten. Vielleicht entdecken Sie ja doch noch die aromatische Welt des Korianders für sich! Interessant, oder?
