Sonnencreme vom Vorjahr: Diese 4 Anzeichen verraten, ob sie noch gut ist – oder besser in den Müll gehört

Sonnencreme vom Vorjahr: Diese 4 Anzeichen verraten, ob sie noch gut ist – oder besser in den Müll gehört

Denken Sie, Ihre Sonnencreme vom letzten Sommer ist noch gut? Falsch gedacht! Mit jedem geöffneten Tiegel abgelaufen und Ihr Schutz schwindet – schlimmer noch, manche Inhaltsstoffe können richtig toxisch werden. Wenn Sie jetzt nicht aufpassen, riskieren Sie mehr als nur einen Sonnenbrand.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie die versteckten Gefahren erkennen und Ihre Haut schützen – bevor es zu spät ist.

Wann ist Sonnencreme abgelaufen? Das versteckte Haltbarkeitsdatum

Nach einem erholsamen Urlaub am Strand oder ausgelassenen Tagen in der Sonne, verlassen wir uns oft auf die Sonnencreme vom Vorjahr. Doch Vorsicht: Der Schutz ist dann nicht mehr zu 100 Prozent gewährleistet. Achten Sie unbedingt auf das kleine Symbol auf der Verpackung – eine geöffnete Dose mit einer Zahl darin. Diese Zahl gibt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen haltbar ist.

Die kleine Zahl auf der Tube: Mehr als nur eine Empfehlung

Ist das der Fall, sollten Sie im Zweifel lieber zur neuen Sonnencreme greifen. Ein einfacher Tipp aus der Praxis: Wenn Sie eine neue Tube öffnen, notieren Sie mit einem wasserfesten Stift das Öffnungsdatum direkt auf der Tube. Oder kleben Sie ein Stück Kreppband darauf und schreiben Sie das Datum darauf.

Das sagt die Dermatologin: Warum alte Sonnencreme gefährlich werden kann

Hautärztin Dr. Yael Adler warnt: „Auch wenn die Sonnencreme noch gut aussieht und riecht, und sich nicht entmischt hat, ist sie theoretisch meist noch verwendbar. Aber, der Hersteller gibt eine klare Empfehlung: Nach 12 Monaten ist das Produkt zu entsorgen!“

Der Toxiditäts-Schock: Octocrylen und seine Folgen

Das gilt insbesondere, wenn der Wirkstoff Octocrylen enthalten ist. Dieser kann nach einem Jahr toxisch werden, besonders wenn die Creme im Auto aufbewahrt wurde. Das Abbauprodukt von Octocrylen steht im Verdacht, krebserregend zu sein und hormonelle Effekte im Körper auszulösen. Außerdem kann es zu unangenehmen Allergien führen. „Man ist auf der sicheren Seite, wenn man die Sonnencreme nach einem Jahr dann entsorgt“, rät Dr. Adler.

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Täglich Sonnencreme im Gesicht? Ja, unbedingt!

Die Frage, ob man täglich Sonnencreme im Gesicht auftragen muss, beantworten Experten eindeutig mit Ja. Prof. Dr. Daniela Hartmann von der Dortmunder Klinik für Dermatologie betont: „Da UV-Strahlen auch durch Wolken dringen, wird empfohlen, täglich eine Sonnenschutzcreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 15 anzuwenden.“

Fenster sind kein Schutzschild gegen UV-Strahlung

Und das gilt sogar für Innenräume – viele unterschätzen, dass UV-Strahlen auch durch Fenster wirken können, selbst wenn Sie im Büro am Schreibtisch sitzen.

Welche Stellen müssen wirklich mit Sonnencreme geschützt werden?

Ganz einfach: Überall dort, wo die Sonne hinkommt. Das gilt übrigens auch für die nicht mehr ganz so dicht behaarten Köpfe, die Ohren, die Augenlider und den Nacken. Keine Stelle ist zu unwichtig für den Schutz.

Die richtige Menge: Mehr ist hier tatsächlich mehr!

Beim Sonnenschutzmittel sollten Sie wirklich nicht geizig sein. Wer den ganzen Körper eincremt, benötigt eine beachtliche Menge: Laut Bundesamt für Strahlenschutz sind das bei einem Erwachsenen vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper. Wer weniger aufträgt, riskiert deutlich weniger Schutz: Eine um die Hälfte verringerte Menge kann den Lichtschutzfaktor um zwei Drittel senken!

Sonnencreme: Wann auftragen für maximalen Schutz?

Direkt am Strand oder See mit dem Eincremen zu beginnen, ist leider zu spät. Auch wenn der Lichtschutzfaktor sofort wirkt, vergessen viele, dass sie bereits auf dem Weg dorthin der Sonne ausgesetzt sind. Tragen Sie die Sonnencreme besser 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien auf, um sicherzustellen, dass der Schutz vollständig besteht.

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Wie oft nachcremen? Die Wiederholung ist entscheidend

Der Sonnenschutz muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden – besonders nach dem Schwimmen und Abtrocknen oder wenn Sie stark geschwitzt haben. Das gilt leider auch für „wasserfeste“ Cremes. Sie halten zwar besser, aber nach dem Abtrocknen lässt auch ihr Schutz nach. Daher gilt: Nach jedem Bad, aber mindestens alle zwei Stunden nachcremen.

Gel, Creme, Lotion oder Spray: Welcher Sonnenschutz ist der beste?

Wer eher fettige Haut hat, sollte zu einem ölfreien Produkt wie einem Sonnenschutz-Gel greifen. Sonst drohen Pickel. „Für Jugendliche mit Akne oder auch ältere Menschen, die eine fettige Haut haben, ist Gel ideal“, empfiehlt Dermatologe Dr. Christoph Liebich. Normale bis trockene Hauttypen sind mit Sonnencreme oft besser beraten. Sonnenschutzlotionen sind meist weniger fettig und haben oft einen kühlenden Effekt, was sie für normale bis eher fettige Haut ideal macht.

Das wichtigste Spray-Prinzip: Nicht direkt aufsprühen!

Beim Auftragen von Sonnenschutz-Spray gibt es einen Fehler, den Sie unbedingt vermeiden sollten, wenn Sie sich im Freien eincremen: Sprühen Sie die Creme nicht direkt auf Ihre Haut. Der Wind kann den Sprühstoß leicht wegwehen, sodass nicht genug Creme für einen effektiven Schutz auf Ihrer Haut landet.

Besser: „Creme in die Hand sprühen und damit dann die Haut eincremen, sonst trägt man zu wenig auf“, rät Dermatologe Liebich, denn: „Beim Sonnenschutz ist mehr mehr.“

Egal, für welche Art von Sonnenschutz Sie sich entscheiden: Gut zu wissen: „Ob Gel, Lotion, Creme oder Spray – die Schutzwirkung ist bei allen Produkten gleich; es ist nur eine andere Anwendung“, so Dermatologe Dr. Christoph Liebich.

Ihr Fazit: Sind Sie bereit für den Sommer?

Wie oft haben Sie Ihre Sonnencreme vom letzten Jahr schon zur Hand genommen? Erkennen Sie Anzeichen, dass sie abgelaufen ist? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren!

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