Fühlt sich Ihr Frühling eher wie eine ständige Schnief-Nase und juckende Augen an? Die gute Nachricht: Sie sind nicht allein. Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland kämpfen mit Heuschnupfen, und die Zahlen steigen. Doch wann genau ist der Spuk vorbei oder besser gesagt, wann beginnt er eigentlich? Wenn Sie wissen wollen, ob die lästigen Pollen von Birke, Brennnessel oder Erle Ihren Alltag bestimmen, dann sind Sie hier goldrichtig. Dieser Kalender zeigt Ihnen, wann Sie sich in Acht nehmen müssen.
Der unsichtbare Feind: Warum Pollen uns so zusetzen
Heuschnupfen, auch allergische Rhinitis genannt, ist ein Soforttyp der Allergie. Das bedeutet kaum haben die Pollen die Schleimhäute erreicht, schlägt Ihr Immunsystem Alarm. Es ist, als würde Ihr Körper versuchen, einen ungebetenen Gast mit aller Macht zu vertreiben. Doch dieser Kampf hinterlässt Leidtragende mit Symptomen, die den Alltag zur Qual machen können.
Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten Jahren hat die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen zugenommen. Über fünf Millionen gesetzlich Versicherte allein im Jahr 2019 – ein Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zu 2010. Das zeigt, wie relevant dieses Thema für uns alle geworden ist.
Der Pollenflug-Kalender: Ihr Wegweiser durch die Saison
Manche denken, im Winter sei alles vorbei. Ein Irrtum! Sobald die Temperaturen über 5 Grad steigen, können die ersten Pollen bereits unterwegs sein. Ja, sogar im Dezember ist das möglich. Hier ist Ihr detaillierter Überblick:
Januar und Februar: Der frühe Vogel fängt den Pollen
- Hasel: Oft schon mäßig bis stark
- Erle: Ebenfalls früh aktiv
- Esche: Gesellt sich später hinzu
- Birke: Beginnt gegen Ende Februar
- Hainbuche: Auch schon spürbar
- Weide: Beginnt langsam
Besonders Hasel und Erle können in diesen Monaten schon für ordentlich Nasenlauf sorgen.

März: Die Prüfung für Allergiker wird ernster
Der März markiert oft einen deutlichen Anstieg des Pollenflugs. Jetzt sind besonders aktiv:
- Erle, Hasel, Esche
- Birke: Nimmt Fahrt auf
- Hainbuche, Weide
- Kiefer, Eiche, Buche: Beginnen ihren Flug
- Erste Gräser
April: Vielfalt der Pollen nimmt zu
Im April wird es noch bunter, was die Pollen angeht:
- Fast alle Bäume aus dem März sind noch präsent.
- Roggen, Gräser, Brennnessel, Spitzwegerich: Fangen langsam an, ihr „Programm“ zu starten.
Eiche, Kiefer und Co. nehmen jetzt erst langsam Fahrt auf, aber eine leichte Belastung ist bereits spürbar.
Mai: Der Höhepunkt für viele Bäume und Gräser
Der Mai ist oft der Höhepunkt für viele Allergiker:
- Bäume: Kiefer, Birke, Eiche, Buche und Hainbuche sind in Hochform.
- Kräuter und Gräser: Ampfer, Roggen, Gräser, Beifuß und Spitzwegerich nehmen kontinuierlich zu.
Es ist eine Zeit, in der die Luft voller potenzieller Auslöser steckt.
Juni und Juli: Die Gräser-Saison beginnt richtig
Mit dem Sommer verschiebt sich der Fokus:

- Juni: Ampfer, Roggen, Gräser und Spitzwegerich dominieren, oft stark bis mäßig.
- Juli: Während einige Bäume wie Kiefer und Birke nachlassen, können Brennnessel und Gräser zur echten Belastung werden. Auch Ambrosia und Beifuß mischen sich stärker ein.
August und September: Die Spätblüher und ein Hauch von Entwarnung
Der späte Sommer und frühe Herbst bringen noch einmal Aufmerksamkeit:
- August: Roggen und Kiefer sind schwach, aber Brennnessel, Beifuß, Ambrosia und Gräser können immer noch starke Reaktionen hervorrufen.
- September: Langsame Beruhigung. Roggen und Gräser können schwach sein, aber Taubenkraut kann noch stark belasten. Brennnessel, Beifuß und Ambrosia sind mäßig bis schwach spürbar.
Oktober, November und Dezember: Leise Töne vor der Winterruhe
Im Oktober verabschieden sich die meisten Pollen. Man spürt noch schwach:
- Brennnessel, Beifuß, Gräser, Spitzwegerich, Ambrosia.
Und auch wenn der Winter hereinbricht, ist Vorsicht geboten. Erle und Hasel können auch im November und sogar Dezember noch schwach fliegen.
Praktischer Tipp: ePIN – Ihr Live-Radar für Pollen in Bayern
Für alle, die in Bayern leben, gibt es eine fantastische Ressource: ePIN, das elektronische Polleninformationsnetzwerk. Seit 2019 können Sie hier den Pollenflug fast in Echtzeit verfolgen. Die Daten werden alle drei Stunden aktualisiert. Stellen Sie sich vor, Sie können jeden Morgen auf Ihr Handy schauen und wissen, welche Pollen gerade unterwegs sind. Langfristig soll jeder Betroffene den aktuellen Flug mobil abrufen können.
So bleiben Sie informiert und können Ihre Aktivitäten besser planen. Denn Wissen ist Ihre beste Waffe gegen lästigen Heuschnupfen!
Leiden Sie unter Heuschnupfen? Welche Pollen machen Ihnen am meisten zu schaffen und welche Tipps helfen Ihnen am besten durch die Saison? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren – wir sind gespannt!
