Haben Sie sich jemals gefragt, warum Greifvögel oft wie zufällig an den Autobahnen sitzen? Auf manchen Strecken scheinen sie in regelmäßigen Abständen zu thronen. Was macht diese gefährlichen Korridore für sie so attraktiv?
Viele übersehen, dass gerade im Winter die Autobahnränder zu einem regelrechten Festmahl für unsere gefiederten Jäger werden. Es ist nicht nur die Suche nach Nahrung, die sie anlockt – es steckt eine clevere Überlebensstrategie dahinter, die wir uns genauer ansehen sollten.
Der verlockende Speiseplan der Autobahn
Warum Aas und Mäuse sie magisch anziehen
Raubvögel wie der Mäusebussard sind keine wählerischen Esser. Überfahrene Tiere – ob Maus, Hase oder kleiner Vogel – sind eine leicht zugängliche Nahrungsquelle. Sie verschmähen dieses „fast food“ nicht, sondern nutzen es zum Überleben.
Doch das ist noch nicht alles: Im Winter sorgt Streusalz dafür, dass sich am Straßenrand oder auf den Mittelstreifen schneefreie Zonen bilden. Diese kleinen, freien Flächen sind für Mäuse ideal, um sich zu tummeln – und somit eine leichte Beute für Greifvögel. Sie sitzen oft auf Pfosten oder Schildern, um einen besseren Überblick zu haben.
Ich war selbst erstaunt, als ich im Stau saß und sah, wie viele Mäuse sich auf dem Mittelstreifen tummelten. Wenngleich die Autobahn eine reiche Nahrungsquelle bietet, birgt sie auch immense Gefahren. Tragischerweise werden viele dieser wunderschönen Vögel durch Autos getötet.

Welche Raubvögel kreisen über uns?
Die häufigsten Gäste am Straßenrand
Die Stars der Autobahn sind meist Mäusebussarde und Turmfalken. Ihre hohe Population macht sie zu den offensichtlichen Kandidaten, die man dort oft sieht.
Seltener kann man auch einen Rotmilan erblicken. Selbst große Vögel wie der Seeadler nutzen das Aasangebot, auch wenn sie seltener direkt an der Straße anzutreffen sind.
Warum manche Autobahnabschnitte voller sind als andere?
Ein Migrationsproblem der besonderen Art
Es stimmt, dass manche Strecken fast überlaufen wirken, während andere fast menschenleer sind. Das hat oft mit Zugverhalten zu tun.
- Konzentration: In manchen Regionen sammeln sich überwinternde Greifvögel.
- Herkunft: Viele Mäusebussarde, die wir im Winter sehen, kommen aus dem Baltikum, Polen oder Finnland, um bei uns zu überwintern.
- Austausch: Unsere heimischen Mäusebussarde ziehen oft nach Frankreich.
Das bedeutet, wir sehen oft eine Durchmischung von Vögeln aus unterschiedlichsten Regionen.

Nach dem Mähen: Das zweite Buffet für Greifvögel
Warum Straßenränder auch im Sommer locken
Auch nach Mähaktionen am Straßenrand finden Greifvögel ein reichhaltiges Angebot. Bei diesen Arbeiten werden oft Kleinsäuger, Amphibien oder Reptilien verletzt oder getötet, die dann als willkommene Beute dienen.
Die Vögel wissen genau, wann und wo sie sein müssen. Sie haben eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt, diese saisonalen Futterquellen zu nutzen.
Wie geht es den Greifvögeln in Bayern wirklich?
Ein Blick auf die Populationen
Die Bestände von Mäusebussarden und Turmfalken in Bayern sind derzeit stabil. Doch nicht alle Arten sind so glücklich.
- Herausforderungen: Arten wie bestimmte Weihen, der Baumfalke oder der Wespenbussard kämpfen mit rückläufigen Zahlen.
- Erfreuliche Nachrichten: Erfreulicherweise breiten sich Arten wie der Seeadler wieder aus.
Wir können also gespannt sein, wie sich die Populationen weiterentwickeln.
Was fasziniert Sie am meisten am Verhalten von Greifvögeln? Teilen Sie Ihre Beobachtungen in den Kommentaren!
