Kein Bock mehr auf das ewige Chili con Carne, das nach ein paar Gabeln eintönig schmeckt? Sie glauben, vegetarische Varianten sind immer ein Kompromiss? Dann lehnen Sie sich zurück und erfahren Sie, wie ein Sternekoch Fleischlos glänzen lässt – und zwar so, dass selbst eingefleischte Carnivoren staunen werden.
Oft scheitert der Geschmack an der Einfachheit. Aber was, wenn Ihnen gesagt wird, dass die Geheimnisse tiefer liegen als nur das Weglassen von Fleisch? Dieses Rezept von Alexander Herrmann zeigt, wie man mit wenigen Kniffen aus einfachen Zutaten ein Aroma zaubert, das die Lachfältchen um Ihre Augen tanzen lässt. Wir verraten Ihnen, wie Sie das hinbekommen.
Das unsichtbare Rückgrat des Geschmacks
Die meisten denken bei Chili sofort an Bohnen und Tomaten. Aber das ist nur die halbe Miete. Die wahre Magie liegt oft in den Details, die wir leicht übersehen. Hier kommt die Zubereitung ins Spiel, die den Unterschied macht.
Der Trick mit den Karotten
Haben Sie gewusst, dass Karotten, richtig zubereitet, eine unglaubliche Süße und Tiefe entwickeln können? Alexander Herrmann nutzt diesen Effekt meisterhaft.

- Roh geschält und gekocht: Beginnen Sie damit, die Karotten zu schälen und in daumengroße Stücke zu schneiden. Anschließend werden sie in Salzwasser weich gekocht und gut abgetropft.
- Anbraten für die Röstaromen: Jetzt kommt der Clou: Die gekochten Karottenstücke werden in Olivenöl rundherum angebraten, mit Salz und Cayenne gewürzt und dann abgekühlt. Dieser Schritt intensiviert den Geschmack enorm.
- Die ungewöhnliche Weiterverarbeitung: Lassen Sie die abgekühlten Karottenstücke entweder durch den Fleischwolf drehen oder pürieren Sie sie grob mit einem Mixer. Wichtig ist, dass noch erkennbare Stückchen bleiben, die für Textur sorgen.
Dieser Schritt sorgt für eine fleischähnliche Konsistenz und eine tiefe Süße, die sonst nur durch langes Schmoren von Fleisch erreicht wird.
Die aromatische Basis
Während die Karotten ruhen, bauen wir die weitere Geschmacksebene auf. Hier sind Zwiebeln und Sellerie die heimlichen Stars.
Goldbraun anschwitzen ist kein Zufall
Das Anrösten von Gemüse ist entscheidend für das Aroma. Das lernen schon die Kleinsten in der Kochschule.

- Schälen Sie Sellerie und Zwiebeln und schneiden Sie sie in feine Würfel.
- In einem großen Topf mit etwas Olivenöl werden diese Würfel langsam goldgelb angeschwitzt.
- Geben Sie das Tomatenmark hinzu und rösten Sie es kurz mit.
- Nun wird mit der Hälfte des Weißweins abgelöscht. Lassen Sie ihn vollständig einkochen, bis der Ansatz am Topfboden wieder leicht zu rösten beginnt. Wiederholen Sie diesen Schritt ein zweites Mal mit dem restlichen Weißwein.
Diese Technik des schrittweisen Ablöschens und Einkochens ist ein Klassiker, den Sternekochs lieben. Sie karamellisiert die Zucker im Gemüse und Tomatenmark und bildet die Grundlage für den tiefen Geschmack.
Das Finale: Würze und Frische
Jetzt wird das Chili zusammengeführt und verfeinert. Hier kommt die klassische Kombination mit den Extras, die es besonders machen.
- Geben Sie die Dosentomaten und Kidneybohnen hinzu.
- Füllen Sie mit Gemüsebrühe auf und lassen Sie alles langsam köcheln.
- In der Zwischenzeit hacken Sie den Knoblauch fein und zupfen die Thymianblättchen.
- Fügen Sie Knoblauch, Thymian und natürlich die Jalapeños (für die richtige Schärfe) hinzu und lassen Sie das Ganze fünf Minuten bei mittlerer Hitze köcheln.
- Rühren Sie die vorbereitete Karottenmasse unter und schmecken Sie das Chili sin Carne abschließend mit Salz, Paprikapulver, Limettensaft und eventuell noch mehr Chili ab.
Sie können das Gericht nach Belieben mit frischen Paprikawürfeln oder Mais verfeinern. Dazu passt hervorragend ein Klecks saure Sahne oder Joghurt, Reis oder frisches Brot.
Haben Sie das Rezept schon ausprobiert? Bereiten Sie Chili auch hin und wieder vegetarisch zu? Erzählen Sie uns davon, gerne hier in den Kommentaren.
