Wildschweine sind längst keine Seltenheit mehr in unseren Wäldern und Parks. Die Population wächst, und Begegnungen mit den scheuen Tieren werden häufiger, selbst am Stadtrand von München oder Nürnberg. Die gute Nachricht: Meistens meiden Wildschweine den Menschen. Aber was, wenn es doch zu einer unerwarteten Begegnung kommt? Dieser Artikel verrät Ihnen, wie Sie sich richtig verhalten, um sowohl sich als auch das Tier zu schützen.
Wo Sie Wildschweinen begegnen könnten
Die dichte Wildschweinpopulation hat sich über ganz Bayern ausgebreitet. Von den fränkischen Wäldern bis zu den Alpenregionen wie Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen sind die Tiere präsent. Sogar in Parks nahe Großstädten können Sie auf sie stoßen, wenn Sie aufmerksam sind.
So erkennen Sie Wildschwein-Gebiete
Selbst wenn Sie die Spuren der Hufe (Schalen) nicht auf Anhieb erkennen, gibt es deutliche Zeichen: Wildschweine hinterlassen auffällige Wühlstellen im Boden.

- Die Tiere nutzen ihre empfindliche Nase (Wurf), um Boden nach Insektenlarven und Würmern zu durchsuchen.
- Dabei durchkämmen sie ganze Wiesen und Feldflächen, was zu charakteristischen Umgrabungen führt.
Der überraschende Maggi-Geruch: Ein wissenschaftliches Rätsel?
Ein besonders kurioses Detail: Wildschweine verströmen oft einen Geruch, der an Maggi erinnert. Dies hat jedoch nichts mit ihrer Ernährung zu tun und auch nicht damit, dass Jäger sie mit dem Gewürz anlocken würden. Tatsächlich ist dieser Geruch eine reine Zufälligkeit, verursacht durch den Geschmacksstoff Glutamat, den die Tiere zu mögen scheinen.
Die goldene Regel: Wildschweine sind uns überlegen
Vergessen Sie nicht: Wildschweine nehmen Sie lange bevor Sie sie entdecken wahr. Ihr Gehör, Geruchssinn und ihre Sicht sind uns weit voraus. In der Regel sind sie äußerst scheu und meiden den Kontakt mit Menschen.
Wenn Sie doch einem begegnen: Ruhe bewahren!
Die meisten Begegnungen verlaufen ereignislos, da die Tiere Sie frühzeitig wittern und das Weite suchen. Problematisch wird es nur, wenn Sie sich abseits der Wege durch dichtes Unterholz schlagen, was Sie für das Wildschwein unberechenbar macht.

Vorsicht bei Wildschweinmüttern mit Frischlingen
Das größte Risiko besteht im Zusammentreffen mit einer Bache (Wildschweinmutter) und ihren Jungen. Sie verteidigen ihren Nachwuchs mit aller Kraft.
- Bewegen Sie sich langsam und seitlich zurück.
- Geben Sie dem Tier ausreichend Raum und eine Fluchtmöglichkeit.
- Vermeiden Sie jede direkte Konfrontation.
Was tun, wenn der Hund zum Problem wird?
Wenn Ihr Hund ohne Leine einem Wildschwein nachstellt, kann die Situation schnell eskalieren. Versuche, den Hund zurückzurufen, sind oft vergeblich.
- NIEMALS sollten Sie sich zwischen eine Bache und ihren Hund stellen.
- Rufen Sie Ihren Hund umgehend an die Leine, sobald Sie ein Wildschwein erspähen.
- Ein 160 Kilo schweres Keiler-Männchen ist einem Menschen körperlich weit überlegen – versuchen Sie nicht, sich groß zu machen oder Lärm zu machen, das hilft im Ernstfall wenig.
Die Begegnung mit Wildschweinen kann beunruhigend sein, doch mit dem richtigen Wissen und Verhalten lassen sich gefährliche Situationen vermeiden. Bleiben Sie ruhig, respektieren Sie den Lebensraum der Tiere und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund stets unter Kontrolle ist. So steht einem sicheren Naturerlebnis nichts im Wege.
Hatten Sie schon einmal eine überraschende Begegnung mit Wildtieren? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!
