Viele von uns liebevoll geschmückte Weihnachtsbaum steht noch immer im Wohnzimmer? Während für die einen die Weihnachtszeit bereits nach Heilige Drei Könige endet, halten andere an dem festlichen Symbol bis weit in den Februar hinein fest. Der Grund dafür ist ein altes Brauchtum, das viele heute vergessen haben.
Es scheint ein stiller Kampf zu sein, der sich in vielen bayerischen Haushalten abspielt: Soll der Weihnachtsbaum schon abgeräumt werden oder darf er noch ein paar Tage länger leuchten? Während manche die Deko schon kurz nach Neujahr entsorgen, halten andere an ihm bis Anfang Februar fest. Doch warum ist das so?
Lichtmess: Ein uraltes Fest mit langer Tradition
Der 2. Februar ist für viele Haushalte ein fast magisches Datum – der offizielle Abschied von der Weihnachtszeit. Aber was genau feiern wir eigentlich an Mariä Lichtmess?

Das Datum: 40 Tage nach Jesu Geburt
Mariä Lichtmess, auch bekannt als Darstellung des Herrn, fällt traditionell auf den 40. Tag nach der Geburt Jesu. Das macht den 2. Februar zum kirchlich festgelegten Ende der Weihnachtszeit. Doch die Zeiten und Bräuche haben sich geändert.
Was wird gefeiert? Die Darstellung im Tempel
Ursprünglich war dieser Tag die Feier der Darstellung Jesu im Tempel zu Jerusalem. Nach jüdischem Brauch mussten Frauen 40 Tage nach der Geburt ihres Sohnes eine Reinigung durchlaufen und das Kind im Tempel weihen. Hier erkannte der Greis Simeon im neugeborenen Jesus den erwarteten Messias.
Lichterprozessionen und Kerzenweihe
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus der Darstellung des Herrn die sogenannte Lichtmess. Im 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnungen und Lichterprozesse auf. Die Gläubigen brachten gefüllte Körbe mit Kerzen in die Kirche – alle Kerzen, die sie für das kommende Jahr benötigten, wurden dort geweiht. Diese Kerzen galten als besonders mächtig und sollten Schutz und Segen bringen.
Der frühere „Dienstbotenfeiertag“ und seine Folgen
Früher markierte Mariä Lichtmess auch einen wichtigen Punkt im Arbeitsjahr. Dienstboten erhielten an diesem Tag oft ihren Lohn und konnten wählen, ob sie ihren Dienst beim bisherigen Arbeitgeber fortsetzen oder sich neu orientieren wollten.

Von diesem Datum bis zum 5. Februar gab es eine Art „Ruhephase“, den sogenannten „Schlenklweil“. Diese Tage wurden oft für ausgelassene Feiern genutzt, besonders auf den Lichtmessbällen. Erst danach begann wieder die harte Arbeit.
Der praktische Nutzen von Lichtmess-Traditionen heute
Auch wenn sich die sozialen Strukturen stark verändert haben, leben einige Bräuche bis heute fort. Der 2. Februar als letzter Tag der Weihnachtszeit ist für viele ein Gefühl von Abschluss und Neuanfang. Es ist die Zeit, in der die Dekoration abgeräumt wird, um Platz für Frühlingserwachen zu schaffen.
Vielleicht ist auch Ihr Weihnachtsbaum noch draußen? Bis zum 2. Februar ist alles erlaubt!
Teilen Sie uns mit: Wann räumen Sie Ihre Weihnachtsdekoration ab? Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen!
