Sie greifen oft zum Honig, weil er Ihnen gesünder als Zucker erscheint? Viele tun das, doch die Realität liegt irgendwo dazwischen und Ihre Gewohnheiten könnten eine überraschende Wendung nehmen. Wir enthüllen, ob die süße Verlockung wirklich einen Gesundheitsvorteil bietet, der es wert ist, Ihr tägliches Leben zu ändern.
Honig vs. Zucker: Der Schein trügt?
Auf den ersten Blick scheint die Antwort klar: Honig muss gesünder sein! Doch die Ernährungswissenschaft blickt genauer hin und enthüllt eine überraschende Gemeinsamkeit. Sowohl Honig als auch Haushaltszucker bestehen hauptsächlich aus den gleichen Bausteinen: Glukose und Fruktose. Beide liefern Kalorien im Überfluss.
Was steckt wirklich drin?
- Zucker: Ist eine reine Verbindung aus Glukose und Fruktose.
- Honig: Enthält etwa 80 Prozent dieser beiden Zuckerarten, rund 17 Prozent Wasser und nur etwa 3 Prozent „andere Bestandteile“.
Diese „anderen Bestandteile“ im Honig sind es, die für Aufsehen sorgen: Spuren von Vitaminen (wie C und B), Enzyme, Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Kalium), Pollen und vor allem sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Flavonoide. Letztere sind starke Antioxidantien, die Zellen vor Schäden schützen.

Dunkler ist besser? Das Geheimnis der Honigsorten
Wenn Sie auf die gesundheitlichen Vorteile des Honigs setzen, greifen Sie am besten zu dunkleren Sorten. Wald- oder Tannenhonig weisen oft einen höheren Gehalt an Antioxidantien auf als ihre helleren Pendants. Aber Vorsicht: Die gesunden drei Prozent im Honig können den hohen Zuckergehalt und die vielen Kalorien nicht wettmachen.
Das Bundeszentrum für Ernährung fasst es treffend zusammen: Honig ist primär ein kalorienreicher Energielieferant für schnelle Kohlenhydrate. 100 Gramm Honig liefern etwa 300 Kalorien.
Neue Studien versprechen Hoffnung: Ein Hoffnungsschimmer für Honig-Liebhaber?
Doch dann kommt die Wendung! Eine Metastudie der Universität Toronto aus dem Jahr 2022 ließ aufhorchen. Die Forschenden analysierten 18 Studien und kamen zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Honig, insbesondere Rohhonig wie Akazien- oder Kleehonig, kann bei regelmäßiger, aber gemäßigter Aufnahme im Rahmen einer gesunden Ernährung die Blutzuckerwerte und Lipidprofile positiv beeinflussen. Die Teilnehmer nahmen durchschnittlich 40 Gramm Honig täglich zu sich – das entspricht etwa zwei Esslöffeln.
Die Kernaussage der Studie ist nicht, mehr Honig zu essen, sondern: Wenn Sie derzeit Zucker, Sirup oder andere Süßungsmittel verwenden, könnte der Austausch durch Honig Ihr kardiometabolisches Risiko senken.
Was bedeutet „unverarbeiteter Rohhonig“?
- „Rohhonig“ bedeutet, dass der Honig nicht über 40 Grad Celsius erhitzt und nicht fein gefiltert wurde.
- Echter deutscher Honig von lokalen Imkern erfüllt diese Kriterien und ist somit immer „roh“.
Die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern betont: Honig ist ein Genussmittel, kein gesundes Süßungsmittel. Die Mengen müssen stimmen!

Das Hausmittel, das wirkt: Honig bei Erkältungen
Ein alter Hut, der aber nichts von seiner Wirkung verliert: Honig gegen Husten und Erkältungen. Ob pur oder im warmen Tee – hier schwören viele Menschen zu Recht auf die wohltuende Wirkung des süßen Goldes.
Der beste Tipp vom Profi:
Um sicherzustellen, dass Sie echten, unverfälschten Honig erhalten und nicht gefälschten oder gepanschten Ware, kaufen Sie ihn am besten direkt bei Ihrem lokalen Imker. So unterstützen Sie nicht nur die heimische Wirtschaft, sondern sichern sich auch die volle Ladung an wertvollen Inhaltsstoffen.
Wie erkennen Sie guten Honig? Kennen Sie weitere Hausmittel mit Honig, die Sie nicht mehr missen möchten?
