Sie greifen zu Magnesium, weil Sie sich müder oder gestresster fühlen als sonst? Das ist verständlich, denn Vielen von uns fehlt dieses wichtige Mineral. Doch im Regal stehen Sie vor einer schier endlosen Auswahl: Pillen, Kapseln, Pulver – und die Preise variieren stark. Sie fragen sich: Muss es die teure Apothekenware sein, oder tut es auch das günstige Präparat aus dem Supermarkt?
Ich verrate Ihnen, worauf es wirklich ankommt, denn die Antwort ist überraschender, als Sie denken. Ein genauer Blick auf die Verpackung kann Ihnen viel Geld sparen und die gewünschte Wirkung garantieren.
Die Apotheke vs. Drogerie: Ein Preisunterschied, der täuscht
Manche denken, teurer ist immer besser. Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Präparate aus der Apotheke automatisch von höherer Qualität sind. Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, klärt auf: Ein Magnesiumpräparat aus dem Supermarkt kann genauso wirksam und sicher sein wie eines aus der Apotheke.
Der höhere Preis in der Apotheke erklärt sich oft durch Marketing, Verpackung und das Markenimage. Hinzu kommt die persönliche Beratung, die man dort erhält. Aber gesetzlich geschützte Qualitäts- oder Wirksamkeitsversprechen stecken dahinter nicht. Die sogenannten „Apothekenqualitäts“-Siegel sind reines Marketing.

Was wirklich zählt: Transparenz und das richtige Magnesium
Worauf sollten Sie also beim Kauf achten? Krehl betont: Es zählt der Blick aufs Etikett – nicht der Verkaufsort. Hier sind die wichtigsten Punkte:
- Transparente Inhaltsstoffe: Sind alle Bestandteile klar deklariert?
- Keine überzogenen Versprechen: Warnung vor Formulierungen, die unrealistische Gesundheitsvorteile versprechen.
- Passende Dosierung: Stimmt die Menge mit Ihrem individuellen Bedarf überein?
Besondere Vorsicht ist bei Kombinationspräparaten geboten. Hier können sich verschiedene Inhaltsstoffe gegenseitig in ihrer Aufnahme behindern. Das bedeutet, Ihr Körper nimmt weniger vom gewünschten Magnesium auf.
Die versteckte Gefahr: Überdosierung
Eine Untersuchung der Verbraucherzentralen im Jahr 2020 zeigte, dass 57 Prozent der getesteten magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmittel mehr Magnesium enthielten als die empfohlene Tageshöchstdosis von 250 Milligramm. Diese Grenze wird von der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) empfohlen.

Doch warum ist das ein Problem? Eine zu hohe Magnesiumzufuhr kann zu Nebenwirkungen wie Durchfall führen und die Aufnahme anderer wichtiger Mineralstoffe beeinträchtigen. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich als Lebensmittel eingestuft und durchlaufen daher keinen obligatorischen Zulassungsprozess, bei dem Nutzen und Risiken vorab geprüft werden.
Ihr nächster Einkauf: Deraldehyde Check des Etiketts
Wenn Sie das nächste Mal Magnesium kaufen, nehmen Sie sich kurz Zeit und werfen Sie einen genauen Blick auf die Verpackung. Achten Sie auf die Form des Magnesiums, denn manche Formen werden vom Körper besser aufgenommen als andere. Magnesiumcitrat, Magnesiumbisglycinat oder Magnesiumoxid sind häufig zu finden. Letzteres ist oft günstiger, wird aber schlechter vom Körper verwertet.
Die Faustregel lautet: Spezifische Angaben zur Magnesiumverbindung und eine klare Dosierung sind Zeichen eines seriösen Produkts. Verzichten Sie auf Präparate, die vage Formulierungen verwenden oder unrealistische Wirkungen versprechen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Magnesiumpräparaten gemacht? Haben Sie auch schon unwirksame Produkte entdeckt?
