Multitabs für den Geschirrspüler: Ein Tab für alles? Wann sie wirklich sinnvoll sind

Multitabs für den Geschirrspüler: Ein Tab für alles? Wann sie wirklich sinnvoll sind

Sie versprechen blitzsauberes Geschirr, Glanz ohne Nachpolieren und schonen gleichzeitig die Maschine. Die Rede ist von den beliebten „All-in-one“-Tabs für den Geschirrspüler. Doch hinter der Bequemlichkeit verbergen sich oft versteckte Nachteile, die Ihre Haushaltskasse und die Umwelt belasten können. Sind diese praktischen Helfer wirklich die Wunderwaffe, als die sie oft beworben werden, oder gibt es clevere Alternativen, die Sie bisher übersehen haben?

Die Verlockung des Einfachen: Warum wir zu Multitabs greifen

Jeder kennt es: Nach einem langen Tag steht ein Berg schmutziges Geschirr im Spülbecken. Die Vorstellung, einfach eine Tablette einzulegen und alles ist erledigt, ist verlockend. Multitabs locken mit dem Versprechen, nicht nur zu reinigen, sondern auch Glas zu polieren, den Wasserhärtegrad zu regulieren und sogar vor Kalk zu schützen. Eine einzige kleine Pille soll die Arbeit eines ganzen Reinigungssets erledigen.

Das Problem mit der „vollen Chemie“

Die Verbraucherzentrale Bayern warnt: So praktisch diese Tabs auch sind, so wenig sind sie für Ihren individuellen Bedarf dosierbar. Das bedeutet, dass bei jedem Spülgang die volle Ladung an Chemikalien ins Abwasser gelangt. Das ist nicht nur für die Umwelt belastend, sondern macht die „praktische“ Lösung auch deutlich teurer als nötig.

Die Wahrheit ist: Eine pauschale Dosierung passt selten zum tatsächlichen Verschmutzungsgrad Ihres Geschirrs.

Harte Nüsse und weiches Wasser: Wann Multitabs wirklich Sinn machen

Experten zufolge sind Multitabs tatsächlich am sinnvollsten in Gebieten mit mittelhartem Wasser bis zu einem Härtegrad von 21 Grad deutscher Härte. Hier sind die Inhaltsstoffe in der Regel gut ausbalanciert.

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Wenn das Wasser zur Herausforderung wird

Problematisch wird es jedoch bei sehr hartem Wasser, wie es in vielen Teilen Bayerns vorkommt (z.B. in den Landkreisen Würzburg, Ochsenfurt, Ingolstadt oder Landsberg). Hier reicht die Enthärtung im Tab oft nicht aus. Sie müssen dann zusätzlich Enthärtersalz verwenden, um Kalkablagerungen auf Geschirr und Maschine zu vermeiden.

Umgekehrt kann bei weichem Wasser der integrierte Enthärter im Tab zu viel sein. In solchen Fällen ist es ratsamer, auf ein einfaches Pulver zurückzugreifen und die Spülmaschine entsprechend dem örtlichen Wasserhärtegrad einzustellen.

Tipp von der Verbraucherzentrale: „Aus Umweltgründen empfehlen wir möglichst keine Tabs, sondern klassisches Pulver zu nehmen und die anderen Komponenten separat und passend dosiert einzufüllen.“

Das unerlässliche Zusatz-Salz: Ignorieren Sie die Warnsignale nicht!

Selbst wenn Sie Multitabs verwenden und Ihre Spülmaschine kein Warnsignal gibt, sollten Sie bei härterem Wasser zusätzlich Spezialsalz einfüllen. Dieses Salz ist dazu da, das Wasserenthärtungssystem der Maschine zu regenerieren und schützt effektiv vor Kalkablagerungen. Diese Ablagerungen können nicht nur das Geschirr unschön machen, sondern auf Dauer auch die Lebensdauer Ihrer Spülmaschine verkürzen.

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Umweltbelastung: Die kleine Plastikfolie macht den Unterschied

Ein oft übersehener Umweltfaktor sind die Plastikfolien, in denen die meisten Multitabs einzeln verpackt sind. Während einige Folien einfach im Gelben Sack entsorgt werden können, sind andere wasserlöslich. Doch auch diese gelangen letztendlich ins Abwasser und stellen dort eine zusätzliche Belastung dar. Wenn Sie Wert auf Nachhaltigkeit legen, sollten Sie diesen Punkt bei Ihrer Wahl berücksichtigen.

Clever dosieren: So geht’s richtig mit Pulver, Entkalker und Klarspüler

  • Pulver: Die genauen Dosierungshinweise finden Sie stets auf der Verpackung des Produkts.
  • Entkalker: Prüfen Sie die Wasserhärte Ihres Wohnortes (oft beim örtlichen Wasserwerk erhältlich) und stellen Sie Ihre Spülmaschine entsprechend der Anleitung ein.
  • Klarspüler: Beginnen Sie mit der mittleren Einstellung am Einfüllfach. Passen Sie die Dosis bei Bedarf an, falls Schlieren oder Kalkflecken zurückbleiben.
  • Gerätefunktion nutzen: Wenn Ihre Spülmaschine eine „Multi-Tab“-Funktion hat, aktivieren Sie diese, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Biosiegel: Worauf Sie vertrauen können

Achten Sie bei umweltfreundlicheren Produkten auf anerkannte Siegel. Der „Blaue Engel“ oder die EU-Blume (Euro-Blume) sind gute Anhaltspunkte. Diese Siegel garantieren definierte Umweltkriterien, wie die Verwendung von Tensiden aus nachwachsenden Rohstoffen und den Verzicht auf bedenkliche Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können.

Eine überraschende Alternative: Spülmaschinenblätter

Eine aufstrebende umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Tabs sind Spülmaschinenblätter. Sie kommen ohne zusätzliche Plastikverpackung aus und sind frei von Mikroplastik. Je nach Größe des Spülgangs falten Sie ein halbes oder ganzes Blatt und legen es ins Pulverfach. Tests zeigen, dass sie eine effektive und nachhaltige Lösung sein können.

Ihre Meinung zählt: Wie halten Sie es mit dem Geschirrspülen?

Nutzen Sie lieber die bequemen Multitabs oder schwören Sie auf die klassische Kombination aus Pulver, Salz und Klarspüler? Haben Sie Tipps, wie Sie Kalkflecken vermeiden und gleichzeitig die Umwelt schonen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Fragen mit uns – wir freuen uns auf Ihre Sprachnachricht unter +49 151 19589000!

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