Warum deine Tomatensamen nicht mehr die selben Früchte tragen wie letztes Jahr

Warum deine Tomatensamen nicht mehr die selben Früchte tragen wie letztes Jahr

Du hast dieses Jahr die gleichen Tomaten wie letztes Jahr gepflanzt, aber die Früchte sehen anders aus und schmecken nicht mehr so, wie du es gewohnt bist? Das ist frustrierend, besonders wenn du dich auf eine bestimmte Sorte gefreut hast. Viele Hobbygärtner wissen nicht, dass das Problem oft schon beim Saatgut beginnt. Wenn du das ändern möchtest und wissen willst, wie du wirklich samenfestes Saatgut findest, lies hier weiter!

Die traurige Wahrheit über unser Gemüse

In nur 150 Jahren sind beeindruckende drei Viertel der Gemüsesorten von unseren Tellern und aus unseren Gärten verschwunden. Eine Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat gezeigt, dass viele Sorten einfach verdrängt wurden, weil sie weniger ertragreich waren als neuere Hybriden.

Nur ein Bruchteil der Gemüsesorten existiert heute noch in Genbanken oder dank leidenschaftlicher Menschen, die sich für Saatgutinitiativen einsetzen. Diese Erhalter sorgen dafür, dass alte Sorten weiter angebaut werden und nicht für immer verloren gehen.

Hybridsamen vs. „alte Sorten“: Was du wissen musst

Das Saatgut, das du meistens im Supermarkt oder Baumarkt findest, sind sogenannte Hybrid- oder F1-Samen. Diese werden oft von großen Konzernen hergestellt.

Warum deine Tomatensamen nicht mehr die selben Früchte tragen wie letztes Jahr - image 1

Der Vorteil: Sie liefern in der Regel höhere Erträge. Der Nachteil: Die Samen sind nicht samenfest. Das bedeutet, die Pflanzen, die aus diesen Samen wachsen, tragen Früchte, deren Samen im nächsten Jahr keine identischen Eigenschaften mehr haben. Du musst also jedes Jahr neues Saatgut kaufen.

Hier kommen die „alten Sorten“ ins Spiel. Sie sind samenfest. Wenn du sie selbst vermehrst, bekommst du im nächsten Jahr Früchte, die den Mutterpflanzen gleichen – sowohl im Aussehen als auch im Geschmack.

Deine Ersparnis und dein gutes Gewissen

Mit samenfestem Saatgut sparst du nicht nur Geld, weil du nicht jedes Jahr neues kaufen musst. Du weißt auch genau, was auf deinem Teller landet. Das ist ein gutes Gefühl, oder?

Wo und wie du an samenfestes Saatgut kommst

Keine Sorge, du musst nicht gleich zum Experten werden. Es gibt viele Wege, an hochwertiges, samenfestes Saatgut zu gelangen:

Warum deine Tomatensamen nicht mehr die selben Früchte tragen wie letztes Jahr - image 2

  • Gartentauschbörsen online: Viele Gartenblogger organisieren im Herbst oder Frühjahr Online-Tauschaktionen. Suche nach Begriffen wie „Samentauschbörse“ oder „Saatgut tauschen“.
  • Garten-Gruppen auf Facebook: Hier werden nicht nur Samen getauscht, sondern auch wertvolles Wissen über die „Samengärtnerei“ weitergegeben.
  • Schrebergartenvereine: Frag doch mal in deinem lokalen Schrebergartenverein nach. Oft gibt es dort passionierte Gärtner, die gerne ihr Wissen und ihr Saatgut teilen. Eine Übersicht über die Landesverbände findest du online.
  • Veranstaltungen und Kurse: Der „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN)“ listet auf seiner Website Termine für Saatgut-Tauschbörsen, Kurse und Veranstaltungen in ganz Deutschland.
  • Urban Gardening Initiativen: Auch bei lokalen Urban Gardening Gruppen gibt es oft Angebote zum Saatguttausch.
  • Naturschutzbund (NABU): Manchmal organisieren auch NABU-Ortsgruppen entsprechende Aktionen.

Mein Tipp: Lies dich vor dem ersten Selbermachen in die „Samengärtnerei“ ein. Tomaten sind für Einsteiger besonders gut geeignet, da ihre Vermehrung relativ einfach ist.

Saatgut tauschen – aber nicht verkaufen!

Es ist wichtig zu wissen: Saatgut tauschen ist ein Hobby und ein fairer Austausch. Der Verkauf von nicht zugelassenen Sorten ist nach dem Saatgutverkehrsgesetz strafbar.

Wichtig: Das Weitergeben von Samen an Nachbarn, Freunde, in Vereinen oder auf Tauschbörsen ist legal, solange kein Gewinn damit erzielt wird. Hier geht es um den Erhalt der Vielfalt, nicht um Kommerz.

Ein kleiner Spickzettel für den Anfang

Wenn du dich jetzt fragst, wie du am besten startest, hier ein paar weiterführende Links und Anlaufstellen:

  • Arche Noah (Österreich): Eine der größten Sammlungen alter Obst-, Gemüse- und Getreidesorten Europas.
  • Pro Specie Rara (Schweiz): Das schweizer Pendant zur Arche Noah.
  • VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt, Deutschland): Bietet Infos, organisiert Tauschbörsen und gibt Tipps zur Saatgutherstellung.

Hast du schon mal Saatgut getauscht oder eigene Sorten erhalten? Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren! Wir freuen uns darauf, von dir zu lesen.

Nach oben scrollen