Endlich ist der Winter vorbei und die ersten warmen Sonnenstrahlen laden dazu ein, im Garten richtig loszulegen. Doch Vorsicht: Bevor ihr zur Harke und zum Rasenmäher greift, solltet ihr an eure stacheligen Nachbarn denken. Ein voreiliger Frühjahrsputz kann für Igel, die noch tief und fest schlafen, fatale Folgen haben. Lasst uns gemeinsam herausfinden, warum Geduld hier Gold wert ist und wie ihr euren Garten igu-freundlich gestaltet.
Wann dürfen Igel wirklich aufwachen?
Die heikle Phase nach dem Winterschlaf
Igel verbringen ihre kalte Jahreszeit schlafend in schützenden Verstecken. Erst wenn die Temperaturen zuverlässig über mehrere Tage auf 10 Grad Celsius steigen, erwachen die Tiere aus ihrem tiefen Schlaf. Das ist meist erst im März der Fall. Bis dahin heißt es: Finger weg vom großen Aufräumen im Garten!
Ihr fragt euch, wie lange das genau dauert? Die Faustregel besagt: Bis die ersten warmen Tage kommen, die anhalten. Manchmal sind das erst Ende März oder sogar Anfang April. Und bitte denkt daran:
- Einen versehentlich aufgeweckten Igel sofort wieder an seinen Schlafplatz legen.
- Laubbläser sind tabu – sie haben schon Igel verletzten oder gar entsorgen lassen.

Natürliche Unterschlupfe für den Winterspeck
Was Igel wirklich brauchen
Um den Winter gut zu überstehen, müssen sich Igel ordentlich Winterspeck anfressen. Ihr unterstützt sie am besten, indem ihr ihnen einen vielfältigen Lebensraum bietet, der Nahrung und Unterschlupf garantiert. Das bedeutet:
- Laub- und Reisighaufen in ruhigen Gartenecken.
- Dichte Hecken oder alte Baumstümpfe.
- Ein eigenes Igelhaus, besonders wenn natürliche Verstecke fehlen.
Hilfe aus der Tierwelt: Futtertipps mit Köpfchen
Ihr könnt euren stacheligen Freunden zusätzlich unter die Arme greifen. Bietet ihnen eine Schüssel mit Wasser und etwas Katzenfutter (ohne Zusätze!) oder Rührei an. Aber Achtung: Niemals Milch oder rohe Eier anbieten! Das bekommt den Tieren nicht und kann zu Durchfall führen, was sie schwächt.
Der Igel-Unterschlupf: Bauen und richtig platzieren
Igelhaus aus Steinen oder Holz: Praktikable Lösungen
Ihr habt wenig Platz oder keine Totholzhaufen? Kein Problem! Ein selbstgebautes Igelhaus ist eine tolle Alternative. Hier ein paar Tipps:

- Grundfläche: Etwa 40×40 cm sind ideal.
- Material: Natursteine oder Ziegel schützen gut vor Frost. Holz ist ebenfalls eine gute Option.
- Isolierung: Verzichtet unbedingt auf Styropor – es bildet Kondenswasser und fördert Fäulnis.
- Dach: Eine Steinplatte, die über die Wände ragt, oder eine Siebdruckplatte sind top.
- Eingang: Maximal 10 cm breit, damit kein Fressfeind eindringen kann und der Igel geschützt ist.
Der richtige Standort: Ruhig und geschützt
Stellt das Igelhaus auf eine leicht erhöhte Unterlage, um Staunässe bei Regen oder Schnee zu vermeiden. Der Eingang sollte idealerweise nach Süden oder Südosten zeigen, um die Igel vor kaltem Wind zu schützen. Und ganz wichtig: Das Haus darf während des Winters nicht mehr verschoben oder gestört werden.
Reinigung – aber bitte zur richtigen Zeit
Das Igelhaus sollte nach dem Winterschlaf gründlich gereinigt und mit frischem Nistmaterial (Laub, Heu) ausgelegt werden. Da Igel auch Parasiten wie Flöhe oder Zecken haben können, zieht am besten Handschuhe an.
Igel-Hilfe in Not: Wo findet man Unterstützung?
Solltet ihr auf einen kranken oder verletzten Igel stoßen, zögert nicht, professionelle Hilfe zu holen. Igelschutzvereine in eurer Nähe sind die richtigen Anlaufstellen.
Wie schützt ihr die Igel in eurem eigenen Garten? Teilt eure Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren! Und wenn ihr den Artikel hilfreich fandet, gebt uns gerne eine Sternebewertung.
