Sie holen gerade den schweren Wasserkasten die Treppe hoch, stolpern unglücklich über die Tischkante oder bleiben am Schreibtisch hängen – und plötzlich ist er da: der fiese blaue Fleck. Für Wochen ziert er dann oft Arme oder Beine und erinnert uns an den kleinen Unfall. Aber muss das wirklich sein? Ich habe mich schlau gemacht und erfahren, wie Sie diese lästigen Begleiter am besten in Schach halten und sogar vermeiden können.
Was ist ein blauer Fleck eigentlich genau?
Ein blauer Fleck, medizinisch Hämatom genannt, ist im Grunde ein kleiner Bluterguss unter der Haut. Wenn winzige Blutgefäße, die sogenannten Kapillaren, durch einen Stoß verletzt werden, tritt eine kleine Menge Blut ins umliegende Gewebe aus. Das ist auch der Grund, warum die betroffene Stelle schmerzt: Das angesammelte Blut drückt auf die umliegenden Schichten.
Aber keine Sorge, die gute Nachricht ist: Ihr Körper ist ein Meister der Reparatur! Innerhalb von zwei bis drei Wochen baut er das Blut im Gewebe wieder ab. Das erklären auch die Farbwechsel von blau-rot über grünlich bis hin zu gelb.
Warum manche Menschen anfälliger sind
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum manche Menschen ständig blaue Flecken haben, während andere scheinbar unbeschadet davorkommen? Das hängt oft mit der Beschaffenheit unseres Bindegewebes zusammen. Ein stärkeres Bindegewebe schützt die Kapillaren besser.

Generell haben Frauen ein etwas lockerer strukturiertes Bindegewebe, weshalb sie manchmal leichter blaue Flecken entwickeln können. Auch im Alter verändert sich das: Die Gefäßwände werden dünner, das Fettgewebe unter der Haut schwindet – die kleinen Gefäße sind einfach nicht mehr so gut geschützt.
Zusätzlich spielt auch noch die individuelle Blutgerinnung eine Rolle. Hier sind wir alle verschieden, und das beeinflusst, wie schnell ein blauer Fleck sichtbar wird und wieder verschwindet.
Vorbeugung: So stärken Sie Ihre Blutgefäße
Wer blauen Flecken vorbeugen möchte, sollte an der Stärkung seiner Blutgefäße arbeiten. Hier sind einige einfache, aber wirksame Tipps:
- Vitamin C: Reichlich davon ist in Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Heidelbeeren, Paprika, Petersilie und Fenchel enthalten. Essen Sie diese Lebensmittel regelmäßig!
- Rutin: Diese pflanzliche Substanz stärkt die Gefäßwände. Sie finden sie in Petersilie, Johanniskraut und Zitrusfrüchten. Auch als Nahrungsergänzungsmittel ist Rutin erhältlich.
Wichtig: Verzichten Sie auf unnötige Belastungen für Ihre Blutgefäße. Dazu gehören übermäßige Saunagänge, zu heiße Bäder (maximal 35°C) und exzessives Sonnenbaden.

Schnelle Hilfe direkt nach dem Stoß
Selbst mit aller Vorsicht lässt sich ein blauer Fleck manchmal nicht komplett vermeiden. Wenn es doch passiert ist, zählt schnelle Reaktion:
- Abdrücken: Drücken Sie die betroffene Stelle für mindestens eine Minute mit dem Daumen fest ab. Das kann kurz schmerzhaft sein, verhindert aber, dass sich das Blut weiter unter der Haut ausbreitet.
- Kalte Kompresse: Wickeln Sie ein Kühlpack oder eine gefrorene Sportkompresse in ein Geschirrtuch und legen Sie es auf die Stelle. Die Kälte lässt die Blutgefäße sich zusammenziehen und minimiert so die Einblutung. Experten empfehlen aber, nicht länger als fünf Minuten zu kühlen, da zu lange Kälte die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers hemmen kann.
- Hochlagern: Wenn möglich, lagern Sie die betroffene Körperstelle höher als das Herz. Das reduziert den Blutfluss und kann die Entstehung eines blauen Flecks eindämmen.
Was tun, wenn der blaue Fleck da ist?
Manchmal hilft alles nichts, und der blaue Fleck entwickelt sich trotzdem. So beschleunigen Sie die Heilung:
- Arnika-Salbe: Arnika wirkt entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Massieren Sie die Stelle sanft mit Arnika-Salbe ein. Auch Extrakte von Beinwell, Johanniskraut, Kampfer, Ringelblume und Rosskastanie können helfen.
- Wärme (mit Geduld!): Warme Umschläge sollten Sie aber erst einige Tage nach der Entstehung des blauen Flecks anwenden. Die Wärme fördert die Durchblutung und unterstützt den Körper dabei, das eingelagerte Blut schneller abzubauen.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Ein blauer Fleck sollte nach spätestens zwei bis drei Wochen verschwunden sein. Wenn ein Hämatom deutlich länger bleibt oder Sie immer wieder ohne ersichtlichen Grund blaue Flecken bekommen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Das könnte ein Hinweis auf eine zugrundeliegende Problematik sein.
