Supermarkt-Apps: Mehr als nur Rabatte – Was wirklich hinter den Kulissen passiert

Supermarkt-Apps: Mehr als nur Rabatte – Was wirklich hinter den Kulissen passiert

Kennst du das Gefühl? Du öffnest die Supermarkt-App, denkst, du willst nur schnell die Sonderangebote checken, und am Ende fährst du mit einem vollen Einkaufswagen nach Hause – weit mehr als ursprünglich geplant?

Viele von uns stehen täglich vor dieser Situation. Supermarkt-Apps versprechen satte Rabatte und locken mit cleveren Funktionen. Doch wir verraten dir, warum du dich nicht zu sehr auf die vermeintliche Ersparnis verlassen solltest und welche Daten du tatsächlich preisgibst.

Die magische Anziehungskraft der Apps – Wer blickt da noch durch?

Lidl Plus, Kaufland, Rewe – fast jeder größere Supermarkt hat mittlerweile seine eigene App. Und wir lieben sie! Ganze 78 Prozent der Deutschen geben an, diese Apps regelmäßig zu nutzen. Doch hier lauert die erste Überraschung: Zwei Drittel derjenigen, die diese Apps verwenden, geben zu, öfter oder mehr einzukaufen, nur um von den angepriesenen Rabatten zu profitieren.

Verbraucherschützer schlagen Alarm. „Wenn du diese Apps nutzt, gibst du persönliche Daten preis“, warnt Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Die Supermärkte können so gezielt dein Kauf- und Ernährungsverhalten beeinflussen. Das sehen wir kritisch.“ Sie fordern sogar, dass die Zusammenfassung von Nutzerdaten für Werbeprofile und spielerische Elemente wie Rabattstufen verboten werden.

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Die Wahrheit über deine Ersparnis: 2 Prozent? Ernsthaft?

Was denkst du, wie viel sparst du wirklich mit diesen Apps? Die Verbraucherzentrale hat es herausgefunden: Im Durchschnitt liegt die Ersparnis bei maximal 2 Prozent. Klingt nach wenig? Das ist es auch! Eine Studie, die 1,26 Millionen Kassenzettel analysierte, kam zu diesem ernüchternden Ergebnis.

Deine Daten sind Gold wert – für den Supermarkt

Was verrätst du eigentlich, wenn du dich für eine App anmeldest? Neben Name und Adresse oft auch deine E-Mail und manchmal sogar deine Telefonnummer. Achtest du nicht genau auf die Datenschutzeinstellungen, stimmst du oft auch ungefragt zu, dass dir personalisierte Werbung angezeigt wird.

Die Supermärkte erstellen detaillierte Nutzungsprofile und analysieren dein Konsumverhalten. Von den Produkten, die du anschaust, über die, die du auf deine Einkaufsliste setzt, bis hin zu den digitalen Coupons, die du einlöst – sie wissen alles.

Warum die Handelsriesen uns kostenlose Apps schenken

Es ist keine reine Nächstenliebe. Die Unternehmen wollen dich fest an sich binden und ihren Gewinn steigern. „Die Unternehmen verdienen trotzdem mit diesen Apps, denn sie werden dadurch in die Lage versetzt, unglaubliche viele Informationen, also personenbezogene Daten, über die Nutzer zu sammeln“, erklärt Christine Steffen, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW.

Sie analysieren, zu welcher Tageszeit du die App nutzt, bei welchen Angeboten du hängen bleibst und wie oft du nach Schnäppchen suchst. Dadurch können sie dir ganz gezielt Werbung und Angebote ausspielen, die du wahrscheinlich nicht widerstehen kannst.

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Clevere Tricks, um dich bei der Stange zu halten

Was macht die Apps so unwiderstehlich? Push-Nachrichten über neue Angebote, Benachrichtigungen zu Gewinnspielen und exklusive Coupons. Ständig wird uns signalisiert: Hier könnte es etwas zu sparen geben!

Das verleitet dazu, die App immer wieder zu öffnen und nachzusehen, was wir wann vielleicht günstiger bekommen könnten.

Dein gutes Recht: Was weiß der Supermarkt wirklich über dich?

Du hast ein Recht darauf zu erfahren, welche Daten über dich gespeichert werden. Laut Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) kannst du beim Anbieter Auskunft darüber verlangen, ob und welche personenbezogenen Daten über dich verarbeitet werden. Das betrifft nicht nur die Daten selbst, sondern auch die Rechtsgrundlage der Verarbeitung und an wen sie möglicherweise weitergegeben werden.

Was du jetzt tun kannst:

  • Bewusster einkaufen: Erstelle vor dem Einkauf eine detaillierte Einkaufsliste und halte dich strikt daran.
  • App-Einstellungen prüfen: Nimm dir Zeit, um die Datenschutzeinstellungen deiner Supermarkt-Apps genau zu analysieren und anzupassen.
  • Datenanfrage stellen: Mach von deinem Auskunftsrecht Gebrauch und fordere deine gespeicherten Daten an.
  • Alternativen suchen: Vielleicht gibt es Geschäfte, die auf Apps verzichten oder deren Angebote du auch ohne App gut im Blick behalten kannst.

Bevor du das nächste Mal im Supermarkt die App zückst, denke daran: Deine Daten sind wertvoll. Wirst du deine Einkaufsgewohnheiten jetzt überdenken?

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