Wenn die Tage kürzer werden und eine kühle Brise weht, wächst die Lust auf deftige Mahlzeiten. Rinderrouladen gehören dabei zu den absoluten Lieblingen der Hausmannskost. Doch die traditionelle Füllung mit Speck, Gewürzgurke und Zwiebel ist nur der Anfang. Hast du dich jemals gefragt, ob es noch mehr gibt als das altbekannte Gericht?
Viele Menschen greifen automatisch zum bewährten Rezept. Aber in meiner Praxis habe ich immer wieder festgestellt, dass gerade das Experimentieren mit neuen Geschmacksrichtungen einen wahren Gaumenschmaus entstehen lässt. Stell dir vor, du könntest deine Rouladen mit einem Hauch von Mittelmeer oder einer würzigen ungarischen Note verfeinern. Das ist keine ferne kulinarische Fantasie, sondern absolut machbar!
Das Herzstück jeder Roulade: Das richtige Fleisch
Bevor wir uns den spannenden Füllungen widmen, lass uns kurz über das Fundament sprechen: das Fleisch. Für Rinderrouladen wird typischerweise die Oberschale aus der Keule verwendet. Wichtig ist, dass die Fleischscheiben dünn genug sind – hier hilft es, sie zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie oder einem Gefrierbeutel mit einem Fleischklopfer oder Plattiereisen vorsichtig zu bearbeiten.
Die klassische Königsdisziplin: Zeitlose Perfektion
Das Original ist und bleibt ein Genuss. Hier erfährst du, wie du eine Rinderroulade zubereitest, die deine Gäste begeistern wird:

Zutaten für den Klassiker:
- 4 Rinderrouladen (Oberschale)
- 4-8 Scheiben Speck (je nach Größe)
- 4 kleine Gewürzgurken
- Mittelscharfer Senf
- 2 Zwiebeln (geviertelt)
- 1 Bund Suppengrün
- Butterschmalz
- 1-2 Knoblauchzehen
- 500 ml Rinderbrühe
- 200 ml Schlagsahne
- Salz, Pfeffer
- 1-2 TL Preiselbeer-Konfitüre
So gelingt die Klassik:
Die vorbereiteten, geklopften Rouladen würzt du mit Salz und Pfeffer. Ein guter Senf bildet die Basis für die Füllung. Darauf kommen Speck, eine Viertelzwiebel und eine Essiggurke. Eng aufrollen und sorgfältig mit Nadeln oder Garn fixieren. Scharf anbraten, dann das kleingeschnittene Suppengrün kurz mitrösten. Mit Rinderbrühe ablöschen und die Rouladen darin 90-120 Minuten sanft schmoren lassen.
Das Ergebnis ist eine zarte Roulade mit einer geschmacksintensiven Sauce. Wer mag, püriert das Gemüse zur Sauce, verfeinert sie mit Sahne und Preiselbeer-Konfitüre. Klassisch serviert man dazu Rotkraut, Klöße oder Kartoffeln.
Tipp für die Zubereitung im Backofen:
Du kannst die Rouladen auch im auf 180°C vorgeheizten Backofen im Bräter schmoren. Achte nur darauf, dass sie stets gut mit Flüssigkeit bedeckt sind, um ein Austrocknen zu verhindern. Die Garzeit bleibt ähnlich.
Rezept 1: Mediterrane Frische – Rouladen mit Parma und Kräutern
Vergiss die üblichen Verdächtigen! Diese Variante bringt Urlaubsgefühle auf den Teller.
Die mediterrane Füllung:
- 4 Rinderrouladen
- Butterschmalz
- 4 Scheiben Parma- oder Serrano-Schinken
- 1 Becher Schmand
- Frischer Thymian und Rosmarin
- 1 Knoblauchzehe (fein gewürfelt)
- 8 getrocknete Tomaten (in Öl eingelegt)
- Suppengrün, Knoblauch für die Sauce
- 500 ml Rinderbrühe
- 1 Dose Tomaten (gehackt)
- 200 ml Weißwein (optional)
- Oregano, Pfeffer, Salz
So wird’s gemacht:
Kräuter und Knoblauch unter den Schmand mischen. Diese Creme auf die geklopften Rouladen streichen, mit Schinken und den abgetropften Tomaten belegen. Eng aufrollen und zubereiten wie das Grundrezept, aber mit Weißwein und gehackten Tomaten ablöschen. Die Sauce mit Kräutern und einem Hauch Oregano abschmecken.

Rezept 2: Ungarischer Feuertraum – Rouladen mit Salami und Paprika
Für alle, die es gerne kräftig und würzig mögen – diese Rouladen sind ein echter Hit!
Die ungarische Füllung:
- 4 Rinderrouladen
- Butterschmalz
- 100 g ungarische Salami
- 1 Glas geröstete Paprikaschoten
- 4 EL mildes Ajvar
- Paprika edelsüß
- 3 Zwiebeln (gewürfelt)
- 1 Knoblauchzehe (gewürfelt)
- 3 Karotten (gewürfelt)
- 125 ml Rotwein (optional)
- 500 ml Rinderbrühe
- Cayennepfeffer (vorsichtig dosieren!)
Die Zubereitung:
Rouladen würzen und mit Ajvar bestreichen. Darauf Salami, Paprikastreifen und Zwiebelwürfel verteilen. Aufrollen und schmoren lassen. Anders als beim Klassiker löschst du hier mit Rotwein ab und gibst die gewürfelten Karotten hinzu. Die Sauce zum Schluss mit Paprika und Cayennepfeffer abschmecken.
Rezept 3: Herbstliche Harmonie – Rouladen mit Wirsing und Trockenpflaumen
Die süße Note der Pflaumen und der erdige Geschmack von Wirsing schaffen hier eine wunderbare Balance.
Die herbstliche Füllung:
- 4 Rinderrouladen
- 8 Scheiben Speck
- Mittelscharfer Senf
- 8 kleine oder 4 große Wirsingblätter
- 2 Zwiebeln (geachtelt)
- 8 Trockenpflaumen
- Suppengrün, Knoblauch für die Sauce
- 500 ml Rinderbrühe
- 200 ml Sahne
- Salz, Pfeffer, Pflaumenmus
So wecken Sie den Herbstgeschmack:
Wirsingblätter kurz blanchieren und den harten Strunk entfernen. Rouladen würzen, mit Speck belegen. Darauf die Wirsingblätter, Trockenpflaumen und Zwiebelachtel verteilen. Aufrollen und schmoren wie gewohnt. Die Sauce bekommt das gewisse Etwas durch einen Löffel Pflaumenmus.
Probierst du eine dieser Varianten oder bleibst du deinem liebsten Rouladen-Rezept treu? Teile deine kulinarischen Abenteuer mit uns in den Kommentaren!
