Stell dir vor, du bist gestürzt, die Nacht bricht herein, und die Temperatur sinkt rapide. In genau solchen Momenten entscheidet oft eine Kleinigkeit über dein Wohlbefinden. Viele von uns haben diese dünne, raschelnde Decke im Erste-Hilfe-Set, aber wissen wir wirklich, wie wir sie richtig einsetzen, um uns vor Kälte oder Überhitzung zu schützen? Die Antwort ist überraschender, als du denkst, und hat mit den Farben mehr zu tun, als nur mit der Optik.
Die geheime Herkunft: Mehr als nur ein Notfallprodukt
Diese einfache Rettungsdecke hat eine faszinierende Vergangenheit, die weit über unsere Berge hinausreicht. Sie ist ein direktes Ergebnis der Weltraumforschung! Ja, richtig gehört.
Die NASA und die „Space Blanket“
- Die NASA entwickelte diese aluminiumbeschichtete PET-Folie in den 1960er Jahren.
- Ihr ursprünglicher Zweck war es, Raumfahrzeuge vor extremer Überhitzung zu schützen, ohne zusätzliches Gewicht zu erzeugen.
- Daher kommt auch der englische Name: „Space blanket“.
Der Sprung vom Weltraum in den Alltag geschah fast zufällig. 1978 tauchten diese Decken erstmals bei einem großen Event auf und bewiesen dort ihre lebensrettende Wirkung.

Gold oder Silber: Welche Seite schützt am besten?
Das ist die Frage, die sich viele stellen, wenn sie die Decke zum ersten Mal in den Händen halten. Die Wahrheit ist: Es ist einfacher, als du denkst, und die neuesten Erkenntnisse sind eindeutig.
Wärme oder Kälte – Was steckt dahinter?
- Laut aktuellem Stand, z.B. vom Alpenverein Südtirol, ist es für den Kälteschutz egal, ob die silberne oder die goldene Seite innen liegt.
- Beide Seiten reflektieren beeindruckende 90 Prozent der Körperwärme zurück zum Körper.
- Das Prinzip ist einfach: Die Decke bildet eine Barriere gegen Wind und kühle Temperaturen, indem sie unsere eigene Wärme einfängt.
Ein entscheidender Punkt, den viele übersehen: Trage die Decke niemals direkt auf der Haut, wenn es um Wärmeschutz geht. Sie ist dafür gedacht, über deiner untersten Kleidungsschicht zu liegen. Direkt auf der Haut kann sie tatsächlich kühlend wirken – und das ist gut so, wenn du vor Überhitzung schützen willst.
Der ultimative Trick: Wie du dich richtig einpackst
Eine Rettungsdecke ist mehr als nur ein Laken. Bei Kälte richtig angewendet, wird sie zu einer hochwirksamen Isolierschicht, die sogar deine Bewegungsfreiheit einschränkt.

Schritt für Schritt zur optimalen Wärme
- Beginne am Rücken: Lege die Decke über deine unterste Kleidungsschicht.
- Führe sie unter deiner Jacke durch.
- Ziehe sie so hoch, dass du eine Art Kapuze über den Kopf formen kannst, die du unter dem Kinn verknotest.
- Die andere Ecke führst du zwischen deinen Beinen hindurch und um deine Brust herum, ebenfalls unter der Jacke.
So bist du gut geschützt, kannst dich bewegen und verhinderst, dass der Wind die Decke zerreißt. Ein wirklich cleverer Trick, der auch bei einem plötzlichen Wetterumschwung in den Alpen Gold wert ist!
Mehr als nur Wärme: Unerwartete Einsatzmöglichkeiten
Die Vielseitigkeit dieser einfachen Folie ist erstaunlich. Sie kann in einer Notsituation weit mehr leisten, als nur warm zu halten.
- Als provisorische Tragehilfe für Verletzte.
- Zum schnellen Abbinden von stark blutenden Wunden.
- Als Schutz vor starker UV-Strahlung (dann silbern oder golden nach außen, je nach Sonneneinstrahlung, um zu reflektieren).
Diese Decke ist ein kleines Wunderwerk, das in keinem Auto, keinem Wanderrucksack und keinem Erste-Hilfe-Kasten fehlen sollte.
Hast du die Rettungsdecke schon einmal in einer unerwarteten Situation eingesetzt? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!
