Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unschön, sondern kann auch Ihrer Gesundheit schaden. Viele von uns denken, im Winter müsse man die Fenster geschlossen halten, um die Wärme drinnen und die Kälte draußen zu lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Richtiges Lüften ist gerade in der kalten Jahreszeit entscheidend, um ein gesundes Raumklima zu bewahren und Schimmelbildung effektiv vorzubeugen. Erfahren Sie hier, wie kurze, gezielte Lüftungsintervalle den Unterschied machen.
Warum Feuchtigkeit zur Gefahr wird
Wussten Sie, dass eine vierköpfige Familie täglich rund sechs bis zwölf Liter Wasser als Dampf an die Raumluft abgibt? Allein durch Atmen, Duschen und Kochen entsteht eine erhebliche Menge an Feuchtigkeit. Diese sammelt sich an kühlen Oberflächen und schafft so ideale Bedingungen für Schimmelpilze – ein Problem, das gerade im Winter, wenn weniger und kürzer gelüftet wird, häufig unterschätzt wird.
Die Tücke des Dauerkippfensters
Viele greifen im Winter zum Dauerkippfenster, in der Annahme, so zumindest etwas für frische Luft zu tun. Doch das ist ein Trugschluss. Ein gekipptes Fenster kühlt Wände und Fensterrahmen stark aus, was die Kondensation von Feuchtigkeit begünstigt. Zudem geht viel Heizenergie verloren, ohne dass ein ausreichender Luftaustausch stattfindet. Die effektivere Methode ist das sogenannte Stoßlüften.

Das Geheimnis ist das Stoßlüften
Stoßlüften bedeutet, die Fenster für einen kurzen Zeitraum weit zu öffnen, um einen schnellen und umfassenden Luftaustausch zu ermöglichen. Dies ist deutlich effizienter und energiesparender als das Dauerlüften.
- Im Winter (bei Minusgraden oder starkem Wind): Genügen bereits drei bis fünf Minuten, um die verbrauchte Luft auszutauschen und frische, kühlere Luft hereinzulassen, die weniger Feuchtigkeit transportiert.
- Frühling/Herbst: Hier können zehn bis 20 Minuten nötig sein, da die Außenluft wärmer ist und weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Mindestens drei- bis viermal täglich sollten Sie die Luft komplett austauschen. Wenn Sie zudem darauf achten, dass die Räume nicht auskühlen, schaffen Sie gute Bedingungen.
Heizen und Lüften: Das optimale Zusammenspiel
Gerade in Schlafzimmern, wo wir es oft etwas kühler mögen, ist das Risiko der Kondensation hoch. Doch das Umweltbundesamt rät: Eine generelle Absenkung der Raumtemperatur begünstigt Schimmel. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Wenn Sie also nach dem Duschen oder Kochen den warmen, feuchten Raum kurz stoßlüften, nehmen Sie die Feuchtigkeit effektiv mit nach draußen, ohne die Wände zu stark auszukühlen. Ein echter Gewinn im Kampf gegen den Schimmel.

Mehr als nur gegen Schimmel: Lüften schützt vor Krankheiten
Die Vorteile des regelmäßigen Lüftens gehen weit über die Schimmelprävention hinaus. In geschlossenen Räumen können sich Krankheitserreger schnell vermehren. Durch das Öffnen der Fenster verdünnen Sie die Konzentration von Viren und Bakterien in der Luft erheblich. Das ist besonders wichtig, wenn jemand im Haushalt erkältet oder angeschlagen ist.
- Küche und Bad: Lüften Sie hier direkt nach dem Kochen oder Duschen. Beim Duschen können bis zu 2.500 Gramm Flüssigkeit pro Stunde entstehen.
- Schlafzimmer: Jeden Morgen nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen kurz durchlüften. Nachts geben wir etwa einen halben Liter Feuchtigkeit ab.
Auch die Konzentration leidet unter verbrauchter Luft. Wenn wir CO2 ausatmen, sinkt der Sauerstoffgehalt im Raum. Regelmäßiges Lüften sorgt für frische Luft, steigert die Leistungsfähigkeit und beugt Müdigkeit vor. Also, nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Kopf ist regelmäßiges Stoßlüften Gold wert.
Ist Ihnen bewusst, wie viel Feuchtigkeit Ihr Haushalt täglich produziert? Lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, wie oft Sie im Winter lüften!
