Ein unerwartetes Treffen mit einem dieser Tiere kann schnell für Panik sorgen. Aber wie giftig sind die Kreuzspinne, das Petermännchen oder die heimische Kreuzotter wirklich und welche Gefahren lauern wirklich?
Viele schrecken schon bei dem Gedanken an eine Spinne zurück, und auch der Anblick einer Schlange kann unangenehm sein. Doch die Wahrheit ist oft weniger dramatisch, als wir denken. Wir klären auf, welche Tiere in Bayern wirklich eine Gefahr darstellen und wie du dich richtig verhältst.
Die heimliche Gefahr: Ist die Kreuzspinne wirklich giftig?
Die weit verbreitete Kreuzspinne mag mit ihrem auffälligen Kreuz auf dem Hinterleib und ihren beeindruckenden Netzen viele faszinieren, doch Angst müsst ihr keine haben. Die gute Nachricht zuerst: Kreuzspinnen sind für Menschen ungefährlich.
- Ihre Klauen sind meist zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen.
- Selbst wenn dies gelingt, ist ihr Gift nicht gefährlich.
- Die Wirkung ist höchstens mit einem Mückenstich vergleichbar.
Also: Keine Sorge, wenn ihr eine Kreuzspinne in eurem Garten entdeckt!
Der eingewanderte Dornfinger: Eine Spinne mit Biss?
Eine größere Vorsicht ist beim Ammen-Dornfinger geboten. Diese aus südlicheren Gefilden eingewanderte Spinne verfügt über kräftigere Beißwerkzeuge und kann Gift injizieren.
Wie gefährlich ist der Biss des Ammen-Dornfingers?
Ein Biss ist meist schmerzhaft wie ein Wespenstich. In seltenen Fällen kann es aber zu starken Schwellungen, Schüttelfrost oder sogar Kreislaufproblemen kommen. Bei solchen Symptomen solltet ihr umgehend einen Arzt aufsuchen.

Die gute Nachricht: Begegnungen sind extrem selten, da der Ammen-Dornfinger nachtaktiv und sehr scheu ist. Er wehrt sich nur, wenn er sich stark bedrängt fühlt.
Warum „Amme“ im Namen? Ein besonderes Brutpflegeverhalten
Der Name „Ammen-Dornfinger“ hat einen faszinierenden Hintergrund. Nach der Paarung bauen Männchen und Weibchen gemeinsam einen Ei-Kokon. Sie leben dann als Wohngemeinschaft zusammen und verteidigen ihr Gelege gemeinsam. Ein Verhalten, das bei Spinnen eher ungewöhnlich ist.
Die Kreuzotter: Giftig, aber selten aggressiv
Die Kreuzotter, erkennbar an ihrem charakteristischen Zick-Zack-Band, ist tatsächlich eine unserer heimischen Giftschlangen. Die giftige Aspisviper ist nur noch im Südschwarzwald zu finden und vom Aussterben bedroht.
Wann beißt die Kreuzotter zu?
Die Kreuzotter ist sehr scheu und flüchtet meist, wenn sie eure Schritte wahrnimmt. Sie beißt nur zur Verteidigung, meist wenn sie sich bedroht fühlt oder man versehentlich auf sie tritt. In den meisten Fällen gibt die Kreuzotter bei einem Biss kein Gift ab. Etwa ein Drittel der Bisse sind „trocken“.
- Der Giftnotruf München verzeichnet jährlich nur etwa 20 bis 25 Kreuzotterbisse.
- Die Kreuzotter steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
Wie gefährlich ist ein Kreuzottern-Biss?
Für gesunde Erwachsene ist ein Biss meist nicht lebensbedrohlich. Für kleine Kinder, ältere oder vorerkrankte Menschen kann das hochpotente Gift jedoch gefährlich werden und zu starken Schwellungen, Atembeschwerden oder allergischen Reaktionen führen.
Erste Hilfe bei einem Kreuzottern-Biss:
- Ruhe bewahren!
- Die betroffene Stelle nicht bewegen.
- Bei Wanderungen am besten einen Notruf absetzen und an Ort und Stelle bleiben.
- Die Wunde ruhig stellen und wenn möglich kühlen.
- Auf keinen Fall: Bissstelle abbinden oder versuchen, das Gift auszusaugen.
Der Giftnotruf Bayern ist unter 089/19240 rund um die Uhr erreichbar.

Das Petermännchen: Ein schmerzhaftes Gefühl im Meer
Das Petermännchen, auch „Kreuzotter des Meeres“ genannt, ist eines der giftigsten Tiere Europas und lebt in Nord- und Ostsee sowie im Atlantik. Seine Giftstacheln an den Flossen und am Kiemendeckel können sehr schmerzhaft sein.
Symptome eines Petermännchen-Stichs:
- Rötung und Schwellung der betroffenen Stelle.
- Absterbendes Gewebe an der Stichstelle.
- In schweren Fällen Herzrhythmusstörungen oder allergischer Schock.
Das Gift ist hitzeinstabil: Lokale Wärme behandelt die Stichstelle effektiv. Eine ärztliche Behandlung ist ratsam, insbesondere bei schweren Symptomen. Euer Tetanusschutz sollte aktuell sein!
Feuerquallen: Badespaß mit Brennhaaren
Auch Feuerquallen und Kompassquallen können beim Schwimmen in Nord- und Ostsee für schmerzhafte Begegnungen sorgen. Ihre Nesselarme können brennende Hautreaktionen hervorrufen.
- Was tun bei einem Quallenstich?
- Wasser sofort verlassen.
- Nesselkapseln nicht mit Süßwasser abspülen oder abreiben!
- Betroffene Stellen mit Sand bedecken, trocknen lassen und vorsichtig abschaben (z.B. mit einer Plastikkarte).
Anders als bei tropischen Quallen sollte man keine Essigbehandlung durchführen.
Feuersalamander und Eichenprozessionsspinner: Achtung Hautkontakt!
Der Sekret von Feuersalamandern wirkt stark schleimhautreizend und kann bei Kindern Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner sind ebenfalls eine erhebliche Gesundheitsgefahr.
Die Natur birgt viele Wunder, aber auch einige Gefahren. Mit dem richtigen Wissen könnt ihr Begegnungen mit ihnen meistern und sicher durch den Sommer kommen. Habt ihr schon einmal eine unangenehme Begegnung mit einem dieser Tiere gehabt? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!
