Herzdruckmassage und Co.: 3 entscheidende Erste-Hilfe-Schritte, die Leben retten

Herzdruckmassage und Co.: 3 entscheidende Erste-Hilfe-Schritte, die Leben retten

Fühlt sich Ihr Wissen aus dem Erste-Hilfe-Kurs an wie eine vergessene Sprache? Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Aber im Notfall zählt jede Sekunde, und nichts zu tun, ist die schlimmste Entscheidung, die Sie treffen können. Hier lernen Sie die vitalen Handgriffe, die wirklich einen Unterschied machen können – schnell und verständlich.

Schritt 1: Sicherheit geht vor, dann der Notruf

Stellen Sie sich vor: Ein Unfall passiert, und das Erste, was Sie tun, ist, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Bei einem Autounfall auf der Autobahn zum Beispiel: Parken Sie Ihr Auto sicher abseits, ziehen Sie die Warnweste an. Erst dann rufen Sie die Notrufnummer 112 an. Das Wichtigste: Keine Angst. Die Notrufzentrale führt Sie Schritt für Schritt durch das Gespräch. Legen Sie erst auf, wenn alle Fragen geklärt sind. Hier in Deutschland ist die 112 Ihre europaweit gültige Nummer für dringende Hilfe.

Atemkontrolle: Ein lebenswichtiger Check

Ist die betroffene Person bei Bewusstsein? Sprechen Sie beruhigend mit ihr, versichern Sie ihr, dass Hilfe unterwegs ist. Bei kühlerem Wetter ist eine Rettungsdecke aus dem Verbandskasten Gold wert, um Unterkühlung vorzubeugen. Aber was, wenn die Person nicht reagiert? Dann wird es ernst.

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  • Atemwege freimachen: Heben Sie vorsichtig das Kinn der Person an, strecken Sie den Hals und neigen Sie den Kopf leicht nach hinten.
  • Atmung prüfen: Hebt und senkt sich der Brustkorb? Hören Sie Atemgeräusche? Fühlen Sie einen Luftstrom an Ihrer Wange oder Ihren Handrücken?

Wenn die Person normal atmet, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt die Atmung aus, ist wahrscheinlich ein Kreislaufstillstand die Ursache. Jetzt ist sofortiges Handeln gefragt, denn die ersten Minuten sind entscheidend für das Überleben.

Schritt 2: Die Herzdruckmassage – mehr als nur Knochen brechen

Wenn jemand bewusstlos ist und nicht atmet, zählt jede Sekunde. Die Herzdruckmassage ist Ihre wichtigste Waffe. **Sie können nichts falsch machen, außer nichts zu tun.** Das ist ein fataler Fehler. Wenn ein Defibrillator in der Nähe ist, nutzen Sie ihn – er leitet Sie an. Ansonsten gilt:

  • Knien Sie sich neben die Person.
  • Setzen Sie die Ballen Ihrer übereinanderliegenden Hände auf das untere Drittel des Brustkorbs.
  • Drücken Sie kräftig und gleichmäßig bis zu fünf Zentimeter tief. Halten Sie dabei Ihre Arme gestreckt.
  • Ziel: Etwa 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Wissen Sie nicht weiter? Suchen Sie nach Songs mit dem richtigen Tempo wie „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees – der Refrain gibt den Takt vor.
  • Machen Sie weiter, bis professionelle Hilfe eintrifft. Wenn möglich, wechseln Sie sich ab – die Massage ist anstrengend!

Bei Kindern und Säuglingen ist ein sanfteres Vorgehen gefragt. Aber im Zweifel gilt: Lieber zu fest als gar nicht drücken.

Mund-zu-Mund-Beatmung: Optional, aber wichtig zu wissen

Viele wissen nicht mehr aus dem Kurs: Nach 30 Herzdruckmassagen sollten zweimal beatmet werden. Experten sind sich einig: Wenn Sie sich damit nicht wohlfühlen, ist die reine Herzdruckmassage wichtiger. Wenn Sie beatmen möchten, gehen Sie so vor: Überstrecken Sie den Hals, verschließen Sie die Nase mit zwei Fingern der einen Hand, während die andere Hand das Kinn sanft anhebt. Dann öffnen Sie Ihren eigenen Mund weit und atmen vorsichtig in den Mund der Person. Zögern Sie nicht, wenn Sie unsicher sind – das Wichtigste ist die Kompression.

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Schritt 3: Stabile Seitenlage und Druckverband – wenn der Kreislauf wackelt

Atemt die Person, ist aber bewusstlos? Dann bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Das verhindert, dass die Zunge die Atemwege blockiert oder Erbrochenes eingeatmet wird.

  • Drehen Sie die Person auf den Rücken, Füße gestreckt.
  • Knien Sie sich daneben.
  • Legen Sie den nahen Arm nach oben, Handfläche nach oben.
  • Ziehen Sie den fernen Arm über die Brust zur Schulter, legen Sie die Hand mit dem Handrücken an die Backe und halten Sie sie fest.
  • Winkeln Sie das ferne Bein an, sodass der Fuß auf dem Boden steht.
  • Drehen Sie die Person nun vorsichtig zu sich, indem Sie leichten Druck auf das angewinkelte Knie ausüben.
  • Der Kopf sollte dabei nach hinten überstreckt sein.

Stark blutende Wunden: Der Druckverband

Bei starken Blutungen ist ein Druckverband unerlässlich.

  • Ziehen Sie wenn möglich Handschuhe an.
  • Legen Sie eine sterile Wundauflage auf die Wunde.
  • Befestigen Sie diese mit einer Mullbinde.
  • Legen Sie ein Druckpolster (z.B. ein geschlossenes Verbandspäckchen) darüber.
  • Fixieren Sie alles mit der Binde, indem Sie leichten Druck ausüben.

Schockzeichen erkennen und handeln

Blasse, kalte Haut, starkes Schwitzen oder Zittern bei Bewusstsein? Das können Anzeichen für einen Schock sein. Wärmen Sie die Person mit einer Rettungsdecke, lagern Sie die Beine hoch und reden Sie beruhigend auf sie ein. Sätze wie „Ich bleibe bei Ihnen, bis der Krankenwagen da ist“ können enorm helfen, die Person zu stabilisieren. Haben Sie eine Alltagsfrage, die uns beschäftigt? Teilen Sie sie uns hier in den Kommentaren mit oder schicken Sie uns eine Sprachnachricht an +49 151 19589000. Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, freuen wir uns über Ihre Sternebewertung!

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