Wenn das Eis knackt: So retten Sie ein eingebrochenes Kind – und welche Regeln wirklich zählen

Wenn das Eis knackt: So retten Sie ein eingebrochenes Kind – und welche Regeln wirklich zählen

Der Winterlockt mit zugefrorenen Seen und Flüssen, doch die Verlockung kann trügerisch sein. Ein falscher Schritt und Sie oder Ihr Kind brechen durch das dünne Eis. Die Rettung eines 10-Jährigen aus der eiskalten Pfettrach durch die mutige Lisa aus Altdorf zeigt, wie schnell eine Alltagssituation zur Tragödie werden kann. Das Wichtigste dabei: Wissen – und Ruhe bewahren. Denn wie dick muss das Eis wirklich sein, damit es sicher ist, und wie reagiert man richtig, wenn es doch passiert?

Die Eisregeln, die Leben retten können

Man kennt es aus unzähligen Filmen: Kinder jagen über zugefrorene Seen, spielen Eishockey. Doch der DLRG Bayern warnt klar: Ohne tagelangen, starken Nachtfrost sollten Sie Eisflächen auf Gewässern unbedingt meiden. Selbst dann ist Vorsicht geboten. Die entscheidende Frage ist immer die Dicke des Eises.

Wie dick muss das Eis sein?

Damit Eis sicher betreten werden kann, muss es laut DLRG Bayern mindestens 15 Zentimeter dick sein. Bei fließenden Gewässern, wie der Pfettrach, ist die Gefahr oft größer. Hier raten Experten sogar zu einer Eisdicke von mindestens 20 Zentimetern.

Wenn das Eis knackt: So retten Sie ein eingebrochenes Kind – und welche Regeln wirklich zählen - image 1

  • Flussufer meiden: Achten Sie besonders auf Bereiche mit Zu- und Abflüssen. Dort ist die Eisschicht meist dünner.
  • Dunkle Stellen sind Warnsignale: Dunkle Flecken im Eis sind oft ein klares Zeichen für dünnere Stellen.
  • Nie alleine aufs Eis: Gehen Sie immer in Gesellschaft hinaus. So können Sie sich gegenseitig helfen.
  • Auf Geräusche hören: Knistert und knackt das Eis unter Ihnen, ist die Schicht zu dünn. Sofort umdrehen!

Eingebrochen – Was tun Sie jetzt?

Wenn Sie beobachten, wie jemand ins Eis einbricht, geraten Sie nicht in Panik. Jede Sekunde zählt, aber Ihre eigene Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen. Die mutige Lisa aus Altdorf hat gezeigt, wie es richtig geht, und konnte den Jungen retten.

Die goldene Regel: Sicherheit geht vor

  • Notruf wählen: Wählen Sie sofort die 112.
  • Vom Ufer aus helfen: Versuchen Sie, der eingebrochenen Person vom sicheren Ufer aus einen Gegenstand zuzuwerfen – ein Seil, einen Ast oder in Lisas Fall sogar ihre aus ihren Händen, damit sie sich festhalten konnte.
  • Selbst auf das Eis? Nur mit Sicherung! Wenn es absolut nicht anders geht, legen Sie sich flach auf den Bauch, um Ihr Gewicht zu verteilen. Lassen Sie sich bestenfalls vom Ufer aus mit einem Seil sichern.
  • Sofortige Wärme: Ist die Person gerettet, nehmen Sie nasse Kleidung vorsichtig ab. Decken Sie die Person warm zu und schützen Sie sie vor Wind. Kontaktieren Sie zwingend den Rettungsdienst, Unterkühlung ist lebensgefährlich.

Wenn das Eis knackt: So retten Sie ein eingebrochenes Kind – und welche Regeln wirklich zählen - image 2

Warum knackt das Eis eigentlich?

Das Geräusch, das Eis von sich gibt, ist nicht nur ein Warnsignal, sondern hat faszinierende physikalische Ursachen. Physikerin Dr. Karoline Bernhard-Höfer von der Universität Regensburg erklärt: Wenn die Luft über dem Eis kälter ist als das Wasser darunter, zieht sich die Eisoberfläche stärker zusammen als die untere Schicht. Das erzeugt Spannungen und Risse, die mit einem Knacken einhergehen.

Interessant ist, dass sich Schallwellen unterschiedlicher Frequenzen im Eis unterschiedlich schnell ausbreiten. Dieses Phänomen, die Dispersion, verändert das ursprüngliche Knacken auf dem Weg zum Zuhörer. Statt eines scharfen Knacks hören wir je nach Entfernung eher ein schwingendes „piuuh“, bei dem hohe Töne zuerst und tiefere Töne später wahrgenommen werden.

Diese Regeln sind wichtig, aber denken Sie auch an Ihre Sicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen: Das Anfahren im verschneiten zweiten Gang kann Ihnen ebenfalls helfen.

Teilen Sie Ihre eigenen Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren. Wie reagieren Sie bei Eisgefahr?

Nach oben scrollen