IGeL-Leistungen: Die heimlichen Kostenfresser beim Arzt – so vermeiden Sie unnötige Ausgaben

IGeL-Leistungen: Die heimlichen Kostenfresser beim Arzt – so vermeiden Sie unnötige Ausgaben

Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Arztbesuche teurer sind als erwartet? Oft liegt es an IGeL-Leistungen, oft auch als „Individuelle Gesundheitsleistungen“ bezeichnet. Diese Extras kassieren von Ihnen, statt von der Kasse. In einer Welt, in der Gesundheit Priorität hat, ist es entscheidend zu wissen, wo Ihr Geld wirklich sinnvoll investiert wird und wo es im Sande verläuft.

Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich dem Angebot ihres Arztes ausgeliefert, ohne genau zu wissen, ob die Leistung wirklich notwendig ist. Zwei Drittel der Befragten glauben fälschlicherweise, angebotene IGeL seien medizinisch unabdingbar, dabei ist die Aufklärung oft mangelhaft. Das kann schnell ins Geld gehen, denn mit diesen Zusatzleistungen verdienen Arztpraxen jährlich Milliarden.

IGeL-Leistungen: Was steckt wirklich dahinter?

IGeL steht für Individuelle Gesundheitsleistungen. Das sind quasi „Wunschleistungen“ des Arztes, die über die Standardversorgung der Krankenkasse hinausgehen. Denken Sie an Tests oder Vorsorgeuntersuchungen, die nicht im Leistungskatalog Ihrer gesetzlichen Versicherung stehen.

Der Haken: Sie zahlen diese Leistungen komplett selbst. Schätzungen zufolge gibt es mehrere hundert solcher IGeL. Beispiele, die Ihnen vielleicht bekannt vorkommen, sind:

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  • Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung
  • Augenspiegelung zur Glaukom-Früherkennung
  • PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung

Alarmierend ist, wie wenig die meisten Patienten über die Sinnhaftigkeit und die Kosten dieser Extras wissen. Sie werden oft unter Druck gesetzt, eine Entscheidung zu treffen, ohne wirklich informiert zu sein.

Der IGeL-Monitor: Ihr persönlicher Gesundheits-Detektiv

Um nicht in die IGeL-Falle zu tappen, ist eine neutrale Informationsquelle Gold wert. Der IGeL-Monitor ist hier Ihr wichtigstes Werkzeug. Dieses Portal, vom Medizinischen Dienst betrieben, bewertet bereits 56 IGeL-Leistungen wissenschaftlich fundiert. Sie erfahren dort nicht nur, wie sinnvoll eine Leistung wirklich ist, sondern auch, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Keine Sorge, Sie müssen sich nicht mit komplizierten Fachartikeln herumschlagen. Der IGeL-Monitor bereitet die Informationen verständlich auf.

Was Frauen bei Gynäkologen oft unnötig zahlen

Besonders Frauen sollten bei ihrem Frauenarzt aufmerksam sein. An der Spitze der häufigsten Selbstzahlerleistungen stehen Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und der Gebärmutter. Diese kosten Frauen jährlich Millionen, obwohl ihr Nutzen laut IGeL-Monitor oft zweifelhaft bis negativ bewertet wird.

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Auch Leistungen wie Akupunktur in der Schwangerschaft oder eine MRT-Untersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung werden oft als „tendenziell negativ“ eingestuft. Höchste Zeit, genauer hinzuhören, was Ihnen angeboten wird.

Ihre wichtigsten Tipps, um kluge Entscheidungen zu treffen

Die Verbraucherzentralen geben klare Empfehlungen, wie Sie sich in der Arztsituation verhalten sollten:

  • Informieren Sie sich VORHER: Nutzen Sie den IGeL-Monitor oder andere vertrauenswürdige Quellen.
  • Bitten Sie um Bedenkzeit: Lassen Sie sich nicht sofort zu einer Entscheidung drängen. Eine nachträgliche Einsicht ist oft schwieriger.
  • Hinterfragen Sie kritisch: Fragen Sie Ihren Arzt direkt nach dem Nutzen, den Risiken und den Kosten. Scheuen Sie sich nicht, hartnäckig zu sein.

Erinnern Sie sich: Es ist Ihr Körper und Ihr Geld. Sie haben das Recht, informierte Entscheidungen zu treffen.

Was sind Ihre Erfahrungen mit IGeL-Leistungen? Haben Sie schon einmal eine Leistung in Anspruch genommen, die sich als unnötig herausstellte? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!

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