Sie greifen jeden Tag nach Ihrem Handtuch nach dem Duschen oder Händewaschen. Aber wissen Sie wirklich, wie sauber es ist? Die meisten von uns unterschätzen die Bakterien, die sich heimlich auf unseren flauschigen Begleitern tummeln. Hier erfahren Sie, wie oft Ihre Handtücher wirklich in die Waschmaschine gehören, um Keimen keine Chance zu geben.
Das Versteckspiel der Keime in Ihrem Badezimmer
Stellen Sie sich vor: Ihr Handtuch ist ein Paradies für Bakterien. Es nimmt nicht nur abgestorbene Hautzellen auf, sondern auch Keime aus dem Darm oder von Oberflächen, die Sie tagsüber berühren. Die Feuchtigkeit, die nach dem Duschen zurückbleibt, bietet den idealen Nährboden. Und die warme Luft im Badezimmer? Perfekt für die Vermehrung. Kein Wunder, dass sich hier unsichtbare Gefahren verstecken könnten.
Warum die moderne Wäsche oft nicht ausreicht
Sie denken, Ihre regelmäßige Wäsche ist gründlich genug? Hier liegt oft der Denkfehler. Viele Programme bei niedrigeren Temperaturen können hartnäckige Keime nicht vollständig eliminieren. Besonders dann, wenn das Handtuch im Bad nicht richtig trocknen kann, weil es vielleicht zu nah an der Dusche hängt oder die Luftfeuchtigkeit generell hoch ist.

Die Wissenschaft spricht: Wann Handtücher wirklich gewaschen gehören
Forscher und Hygieneexperten sind sich einig: Ein Duschhandtuch sollte spätestens nach einer Woche gewaschen werden, wenn im Haushalt alle gesund sind. Aber es gibt Ausnahmen und wichtige Details:
- Händetücher: Da diese von mehreren Personen täglich genutzt und oft nass werden, sollten sie alle zwei bis drei Tage gewechselt werden.
- Besonders gefährdet: Wenn sich eine Toilette in direkter Nähe zu Ihren Handtüchern befindet, wird es kritisch. Jeder Spülgang verteilt kleinste Aerosole mit Keimen im Raum, die sich auf Oberflächen und Handtüchern ablagern können.
Der entscheidende Waschgang: Nicht nur die Temperatur zählt
Für eine hygienische Reinigung empfehlen Experten das Waschen bei 60 Grad Celsius. Warum? Diese Temperatur ist effektiv gegen die meisten Bakterien und Keime. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät dazu, bei starker Keimbelastung sogar ein bleichmittelhaltiges Vollwaschmittel zu verwenden. Dieses wurde bereits 2001 an der TU München als wirksam gegen Keime nachgewiesen.
90 Grad? Nur im Ausnahmefall
Müssen es immer 90 Grad sein? Nein. Ein Kochwaschgang bei 90 Grad ist meist übertrieben. Nur bei akuten übertragbaren Krankheiten oder wenn jemand im Haushalt ein geschwächtes Immunsystem hat, kann dies sinnvoll sein. Ansonsten reichen die 60 Grad für die meisten Szenarien aus, um hygienisch saubere Handtücher zu erhalten.

Was Sie tun können, um Ihre Handtücher keimfrei zu halten
Neben dem richtigen Waschgang gibt es weitere Tipps, die Sie in Ihren Alltag integrieren können:
- Schnelles Trocknen: Hängen Sie Ihre Handtücher nach Gebrauch so auf, dass sie gut durchlüftet werden und schnell trocknen können. Vermeiden Sie es, sie über Heizkörper oder direkt über der Duschwanne zu drapiert, wenn diese noch tropft.
- Separate Handtücher: Nutzen Sie möglichst für jeden Zweck ein eigenes Handtuch – eins zum Duschen, eins zum Händewaschen und eventuell ein weiteres für das Gesicht.
- Toilette schließen: Schließen Sie immer den Toilettendeckel, bevor Sie spülen. Das reduziert die Verbreitung von Keimen erheblich.
- Auf den Geruch achten: Wenn Ihre Handtücher auch nach dem Waschen einen muffigen oder sauren Geruch haben und stumpf wirken, kann das ein Zeichen für einen hartnäckigen Biofilm sein. Hier hilft oft ein heißerer Waschgang mit einem geeigneten Waschmittel.
Ein kleiner Umdenkprozess kann hier viel bewirken. Wenn Sie wissen, dass sich Viren auf Handtüchern tatsächlich halten können und sich unter bestimmten Bedingungen sogar von Wäschestück zu Wäschestück übertragen, überlegt man zweimal, bevor man das Handtuch liegen lässt.
Wie oft waschen Sie Ihre Handtücher wirklich? Verraten Sie es uns in den Kommentaren!
