Stellen Sie sich vor, die Zeit rennt – keine Hoffnungslosigkeit, sondern tiefer Frieden. Das ist die überraschende Realität, die zwei junge Palliativpflegerinnen täglich erleben.
Ihre Arbeit an der Schwelle des Lebens wirft Licht auf das, was im Hier und Jetzt wirklich zählt. Vergessen Sie den Schock – hier geht es um kostbare Einblicke, die Ihr Leben verändern können. Sie decken auf, was am Ende wirklich Bedeutung hat.
Mehr als nur Abschied: Die wahre Atmosphäre auf der Palliativstation
Wenn Michaela Bayer und Sara Loy, beide Anfang 30, von ihrem Beruf erzählen, erwartet man oft eine düstere Stimmung. Doch die Realität ist überraschend anders. „Ich würde sagen: In rund 70 Prozent der Fälle ist die Atmosphäre wahnsinnig schön und positiv“, verrät Sara.
Die Pflegerinnen bemerken, dass Sterben oft nicht von Qualen geprägt ist, sondern von einer tiefen Ruhe. Manche Sterbende lächeln sanft, ein Lächeln, das mehr Hoffnung birgt als jedes verzweifelte Kämpfen.

Wenn die Anspannung weicht: Das Wesentliche tritt hervor
Nach langem Kampf gegen Krankheiten fällt auf der Palliativstation oft eine enorme Last ab. „Wenn sie akzeptieren, dass das Sterben kommt, merkt man häufig, dass eine riesengroße Last von ihnen abfällt“, erklärt Michaela.
Zurück bleiben nur noch die wichtigsten Dinge: die Liebe zu den Liebsten und das bewusste Genießen von schönen gemeinsamen Momenten. Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben zu schenken.
Was zählt am Ende wirklich: Die Kraft der Präsenz
Die wichtigste Lektion, die Sterbende vermitteln, ist die Bedeutung des Augenblicks. „Am Ende zählt das Jetzt“, fassen die Pflegerinnen zusammen.
Sie mahnen: „Das vergessen wir ja oft, weil wir in der Mühle drin sind und ständig auch noch darauf warten, dass irgendwas besser wird und noch was Tolleres passiert.“ Lebe den Moment, sage, was du sagen willst, erfülle dir heute Träume.

Die häufigsten Reuegefühle: Was Sie anders machen sollten
- Weniger arbeiten, mehr leben: „Ich hätte noch nie jemanden sagen hören: Ich hätte mehr arbeiten sollen.“ Stattdessen: „Ich hätte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen sollen.“
- Ängste überwinden: Entscheidungen, die aus Angst aufgeschoben wurden, sind eine häufige Quelle des Bedauerns.
- Sich selbst Pausen gönnen: Viele wünschen sich, sie hätten sich öfter Auszeiten genommen.
- Reisen und Erleben: Geld nicht für Erlebnisse ausgegeben zu haben, wird oft bereut.
Es geht fast nie um Geld oder Karriere, sondern um gelebtes Leben und erfüllte Momente.
Die Macht der Verbindung: Warum offene Gespräche so wichtig sind
Die letzte Lebensphase wird oft genutzt, um **ehrlich zu kommunizieren** – mit sich selbst und anderen. Wünsche nach Versöhnung oder dem Aussprechen von Unausgesprochenem werden stark.
Am Ende des Lebens erinnern sich Menschen vor allem an Liebe – nicht nur romantische, sondern das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, Verbundenheit mit der Familie und eine Dankbarkeit für das Erlebte.
Michaela und Sara teilen weitere Einblicke auf ihrem Instagram-Kanal „elsa.palliative.care“. Möchten Sie mehr über die tiefgreifenden Botschaften am Ende des Lebens erfahren?
