Wer 2026 mit der Bahn durch Bayern reist, sollte neben dem Tickets auch eine Extraportion Geduld und starke Nerven einpacken. Die Gleise sind ausgelastet, viele Anlagen alt, und die Deutsche Bahn saniert auf breiter Front – das bedeutet für Sie: längere Reisezeiten, Umleitungen und massive Einschränkungen. Wir zeigen Ihnen, wo Sie 2026 besonders viel Zeit einplanen müssen und was Sie stattdessen tun können.
Wir alle kennen es: Verspätungen und Zugausfälle sind bereits heute oft die Begleiter auf der Schiene. Die DB plant bundesweit rund 28.000 Baustellen, und Bayern erlebt 2026 gleich mehrere „Mammutprojekte“. Diese Generalsanierungen sind zwar notwendig, um das Netz zukunftsfähig zu machen, doch kurzfristig werden sie zu einer echten Herausforderung für Pendler und Fernreisende.
Der schlimmste Abschnitt: Nürnberg – Regensburg (5 Monate Vollsperrung)
Von Anfang Februar bis Mitte Juli 2026 wird eine der wichtigsten Verbindungen Bayerns komplett gesperrt: Die Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg. Das bedeutet: Fünf Monate lang kein Zugverkehr auf dieser Achse, die gleichzeitig eine Hauptroute Richtung Österreich ist.
Was genau passiert hier?
In dieser Zeit werden rund 80 Kilometer Gleise und Weichen erneuert, dazu kommen 90 Kilometer Oberleitungen und die Sanierung von 20 Bahnhöfen. Aber das ist noch nicht alles:

- Neue Überleitstellen werden gebaut, um Züge im Störungsfall flexibler umleiten zu können.
- Eine Brücke bei Burgthann und ein Bahndamm bei Deining werden grundlegend saniert.
- Besonders aufwendig: Die Sicherung des Deininger Damms, der sich verformt und eine Brücke über die Weiße Laber trägt. Hier wird der Untergrund mit Winkelstützelementen, Bodennägeln und Bohrpfählen stabilisiert.
Folgen für Sie: Verlängerte Fahrzeiten und Ersatzbusse
Für den Nahverkehr bedeutet die Sperre: Viele Regional- und S-Bahn-Verbindungen fallen aus und werden durch Ersatzbusse ersetzt. Rechnen Sie mit deutlich längeren Fahrzeiten. Auch der Fernverkehr leidet stark:
- Ein Teil der ICE-Züge Richtung Österreich wird über Ingolstadt umgeleitet. Ihre Reisezeit verlängert sich dadurch um rund eine Stunde.
- In Regensburg, Passau und Plattling halten weniger Fernzüge.
- Ein zusätzliches ICE-Zugpaar fährt zwar von München über Regensburg nach Passau und Wien, aber die alternativen Verbindungen über Salzburg bleiben immerhin bestehen.
Der zweite Akt: Regensburg – Passau (über 5 Monate Sperre)
Kaum ist die erste Hiobsbotschaft verdaut, folgt die nächste: Vom 14. Juni bis Mitte Dezember 2026 wird die Strecke zwischen Regensburg, Obertraubling und Passau generalsaniert. Das sind noch einmal über fünf Monate lang massive Einschränkungen.
Was wird hier gemacht?
Bei dieser Sanierung werden 115 Kilometer Gleise, 60 Kilometer Oberleitungen und 8 Bahnhöfe erneuert. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Bodenverfestigung einer zweikilometerlangen Moorstelle bei Osterhofen. Der Untergrund muss bis zu zwölf Meter tief verfestigt werden, damit Züge dort wieder schneller fahren können.
Und was bedeutet das für Ihre Reise?
Die Konsequenzen sind ähnlich drastisch wie im ersten Halbjahr:
- Regionalzüge fallen aus, Pendler müssen auf Busse umsteigen.
- Im Fernverkehr gibt es monatelang keine direkten Züge zwischen Regensburg, Passau und dem österreichischen Wels.
- Umleitungen führen über Salzburg, Simbach am Inn und Ingolstadt.
- Direktverbindungen von Nordrhein-Westfalen nach Wien sind bis Mitte Juli nicht möglich. Danach sind sie bis Regensburg wieder verfügbar, aber weiter in Richtung Österreich müssen Sie in München umsteigen.
- Die Taktverdichtung zwischen München und Wien bedeutet auch hier längere Fahrzeiten für die ICE-Züge.

Weitere Stolpersteine 2026 im Bahnverkehr
Neben diesen beiden Mega-Baustellen gibt es 2026 weitere Einschränkungen, die Sie unbedingt kennen sollten:
- München – Salzburg: Von Anfang Januar bis Anfang Februar fahren Fernzüge nur noch alle zwei Stunden statt stündlich. Rechnen Sie mit bis zu 70 Minuten längeren Fahrzeiten und dem Wegfall des Haltes Salzburg bei manchen Zügen.
- Nürnberg – München: Ende Oktober bis Mitte Dezember werden hier Gleise erneuert. Das führt zu Ausfällen, Verspätungen und maximal zwei Fernzügen pro Stunde. Ihre Fahrzeit verlängert sich um etwa 30 Minuten, Ingolstadt und der Münchner Hauptbahnhof sind besonders betroffen.
Und was ist mit dem Nahverkehr?
Auch im Regionalverkehr müssen Sie 2026 mit Beeinträchtigungen rechnen. Die genauen Informationen zu aktuellen Störungen und Ausfällen finden Sie laufend auf den Seiten der Deutschen Bahn und lokalen Verkehrsportalen. Es lohnt sich, vor jeder Reise die aktuellen Meldungen zu prüfen.
Unser Tipp für Sie: Planen Sie extra Zeit ein!
2026 wird ein echtes Geduldsspiel für Bahnreisende in Bayern und Richtung Österreich. Die aufwendigen Sanierungen sind notwendig, um das marode Schienennetz fit für die Zukunft zu machen. Doch kurzfristig bedeuten sie Vollsperren, Umleitungen und deutliche Zeitverluste. Der wichtigste Lifehack: Planen Sie deutlich mehr Zeit für Ihre Reisen ein als üblich. Prüfen Sie Alternativen wie Fernbusse oder, wenn möglich, das eigene Auto für kürzere Strecken. Wenn Sie doch auf die Bahn angewiesen sind, informieren Sie sich frühzeitig über Ihre Verbindung über die DB Navigator App.
Diese Baustellen sind eine echte Herausforderung, aber sie sichern die Zukunft der Schiene. Was sind Ihre größten Sorgen bei diesen Baumaßnahmen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!
