Der Milka-Schock: Das sind die fünf dreistesten Supermarkt-Tricks 2025

Der Milka-Schock: Das sind die fünf dreistesten Supermarkt-Tricks 2025

Haben Sie sich beim Griff zur Lieblingsschokolade auch schon gefragt, warum die Tafel plötzlich so leicht in der Hand liegt? Wir alle zahlen mehr für weniger Inhalt – dieses heimtückische Phänomen nennt sich „Shrinkflation“ und ist der größte Ärger an der Supermarktkasse.
Die schlechte Nachricht: Viele Hersteller perfektionieren diesen Trick. Die gute Nachricht: Wir müssen das nicht hinnehmen. Hier erfahren Sie, welche fünf Produkte 2025 besonders dreist getrickst haben und wie Sie sich wehren können. Lesen Sie jetzt, welche Maschen Sie in Ihrem österreichischen Supermarkt täglich übersehen.

So funktioniert die Unsichtbarkeits-Taktik: Mehr Schein als Sein

Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht jährlich die „Mogelpackung des Jahres“, um diesen Etikettenschwindel aufzudecken. Das Muster ist immer dasselbe: Die Füllmenge schrumpft, der Preis steigt, oder beides gleichzeitig. Das Ziel der Hersteller? Eine verdeckte Preiserhöhung, die wir beim schnellen Einkauf kaum bemerken. Ich habe mir die Kandidaten 2025 in der Praxis angesehen – und die Zahlen sind schockierend.

Der heimliche Gewinnsprung: Die Top 5 der Shrinkflation

Diese Produkte zeigen, wie geschickt Markenunternehmen unsere Gewohnheiten ausnutzen. Besonders die Schokotafel ist ein Paradebeispiel für den österreichischen „Kaffee-und-Kuchen-Moment“, der teurer wird:

  • Milka Alpenmilch (Mondelez): Die Tafel ist von 100 auf 90 Gramm geschrumpft. Gleichzeitig stieg der Preis von gängigen € 1,49 auf € 1,99. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von über 48 Prozent! Besonders dreist: Oft verdeckt eine Umverpackung das neue, geringere Gewicht.
  • Käse‑Streusel Backmischung (Dr. Oetker): Als „neues Produkt“ beworben, aber die Füllmenge führt dazu, dass der fertig gebackene Kuchen nur noch halb so groß ist. Preissteigerung bezogen auf die Menge: fast 90 Prozent.
  • XXL Schoko Hafer‑Müsli (Kölln): „XXL“ steht groß drauf, aber der Inhalt sank von 1.700 Gramm auf nur 1.050 Gramm. Trotz leicht gesenktem Verkaufspreis wurde das Müsli unterm Strich rund 30 Prozent teurer.

Haben Sie bemerkt, wie oft uns suggeriert wird, wir bekämen mehr? Hier zwei weitere Fälle, die das Gegenteil beweisen:

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  • Penne Pomodoro Mozzarella (Knorr): Auf der Packung prangt „Jetzt mehr drin“, aber der Preis steigt stärker als die Füllmenge. Ergebnis: 29 Prozent versteckte Preiserhöhung. Ein vermeintlicher Mehrwert, der uns teuer zu stehen kommt.
  • 3in1 Classic Kaffeesticks (Jacobs): Die Anzahl der Sticks bleibt gleich, aber jeder einzelne Stick hat weniger Inhalt. Die Gesamtfüllmenge sank von 180 auf 120 Gramm. Mit 56 Prozent teurer pro Gramm Kaffee ist das ein klarer Fall von Verarsche beim schnellen Morgentrunk.

Was Sie an der Kasse (und im Online-Shop) unbedingt prüfen müssen

Viele vernachlässigen einen kleinen, aber entscheidenden Wert beim Einkaufen in unseren lokalen Merkur- oder Billa-Filialen: den Kilopreis. Genau hier liegt Ihr größtes Werkzeug gegen die Shrinkflation.

Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, wie Konsumenten blind zum bekannten Produkt greifen, ohne die Preisschilder richtig zu lesen. Aber die Hersteller reagieren allergisch auf Aufmerksamkeit – und genau die müssen wir ihnen schenken.

Der einfache 3-Schritte-Check gegen Mogelpackungen

Um sich nicht länger „veräppeln“ zu lassen, wenden Sie diesen einfachen Trick an, bevor das Produkt in Ihrem Einkaufswagen landet:

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  1. Den Grundpreis suchen: Die Pflichtangabe des Grundpreises (Preis pro Kilogramm oder 100 Gramm) steht meistens in ganz kleiner Schrift unter dem Gesamtpreis. Vergleichen Sie diesen Wert mit ähnlichen Produkten anstatt nur den Gesamtpreis anzusehen.
  2. Das Kleingedruckte prüfen: Schauen Sie, ob in den letzten Wochen oder Monaten die Füllmenge (z.B. von 100g auf 90g) geändert wurde. Manchmal helfen die alten Verpackungen auf dem untersten Regal.
  3. Alternative suchen: Wenn Sie eine versteckte Preiserhöhung feststellen, greifen Sie bewusst zur billigeren Eigenmarke oder zum Konkurrenzprodukt. Dies setzt ein klares Signal.

Merken Sie sich: Hersteller reagieren primär auf den Absatz. Wenn wir das geschrumpfte Produkt links liegen lassen, übt das den größten Druck auf sie aus.

Üben Sie Druck aus: Ihre Stimme zählt jetzt

Die jährliche Wahl zur „Mogelpackung des Jahres“ sensibilisiert nicht nur uns Verbraucher, sondern übt auch direkten Druck auf die Lebensmittelgiganten aus. Es geht hierbei weniger um den Negativpreis selbst, als vielmehr darum, Unternehmen wie Mondelez, Dr. Oetker und Knorr öffentlich an den Pranger zu stellen.

Bis Ende Januar 2026 können Sie online abstimmen (in Österreich ist die Wahl über die Verbraucherzentrale Hamburg möglich). Nehmen Sie sich die Zeit. Jede Stimme zählt, damit diese dreisten Tricks nicht zur neuen Norm werden.

Haben Sie in Ihrem Supermarkt in Graz, Wien oder Salzburg noch andere Mogelpackungen bemerkt, die hier fehlen? Teilen Sie Ihre Beobachtungen! Nur wenn wir wachsam bleiben und uns austauschen, können wir uns gemeinsam gegen diesen Konsumentenbetrug wehren.

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