Die meisten von uns kennen diesen Moment: Man sieht eine scheinbar einfache Körperübung – und scheitert kläglich. Was, wenn Ihnen jemand sagt, dass eine harmlose Bewegung, das Aufstehen vom Boden ohne Zuhilfenahme der Hände, bei 90% der Männer in Österreich fast unmöglich ist, während Frauen es oft mühelos schaffen? Dies ist kein Witz oder eine Frage der Stärke, sondern pure Physik.
Bleiben Sie dran, denn diese Erkenntnis wird Ihre Sicht auf Körper und Bewegung komplett verändern. Ich habe diese „Aufsteh-Challenge“, bekannt durch das bayerische Radio-Duell zwischen Melitta und Philipp, selbst ausprobiert und das Ergebnis war verblüffend.
Der unsichtbare Unterschied: Warum Ihr Körperschwerpunkt alles entscheidet
Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, wie schnell Menschen simple Bewegungen unterschätzen. Aber hier kommt der Clou: Das erfolgreiche Aufstehen vom Bauch, ohne die Hände zur Stütze zu nutzen, hängt nicht von Ihrer Fitness ab, sondern von der Lage Ihres Körperschwerpunkts (KSP).
Wenn Sie in Österreich auf der Straße sind und Fitness-Gurus treffen, reden sie immer über Muskeln. Aber viele übersehen den KSP – den zentralen Punkt, an dem die Masse Ihres Körpers gleichmäßig verteilt ist. Er verhält sich wie ein unsichtbarer Anker.
Männer vs. Frauen: Die Physik der Balance
Das biologische Design spielt uns hier einen Streich:

- Bei Männern: Der KSP liegt tendenziell höher, oft im oberen Brust- oder Schulterbereich. Das ist evolutionär bedingt – mehr Masse und Kraft im Oberkörper.
- Bei Frauen: Der KSP liegt typischerweise tiefer, näher am Becken und an den Hüften. Der Unterkörper ist oft massiver im Verhältnis zum Oberkörper.
Und genau dieser Unterschied macht die Aufsteh-Challenge so unfair (oder fair, je nach Standpunkt!). Beim Aufrichten aus der Bauchlage muss der KSP über die Unterstützungsfläche gebracht werden, was mit einem tieferen KSP wesentlich einfacher ist.
Ihre persönliche Challenge: Der Test, den Melitta und Philipp meisterten
Bevor Sie glauben, dies sei nur Theorie, testen Sie es selbst. Es ist ein großartiges Partyspiel oder eine Übung, die Sie jetzt gleich im Wohnzimmer ausprobieren können. Aber seien Sie gewarnt – es kann frustrierend sein!
Schritt-für-Schritt zur Bauchlage
So funktioniert die Übung (die Melitta Varlam und Philipp Eger im BR-Studio absolvierten):
- Legen Sie sich flach auf den Bauch, die Zehen zeigen nach unten.
- Verschränken Sie Ihre Hände auf dem Rücken oder halten Sie sie straff am unteren Rücken fixiert.
- Ihre Aufgabe: Stehen Sie auf, ohne dass irgendein Teil Ihrer Hände oder Arme den Boden berührt.
Ich beobachtete, wie viele meiner Kollegen (überwiegend männlich) daran scheiterten. Sie versuchten, mit reiner Kraft hochzukommen, aber sie konnten den entscheidenden Schwung nicht generieren. Tipp: Der Schlüssel liegt in der Hüftrotation und der Verlagerung des Gewichts nach vorne. Für Frauen ist dieser natürliche Bewegungsablauf oft intuitiver.

Der Praxistipp: So täuschen Sie der Physik ein Schnippchen
Wenn Sie zu den Männern gehören, deren KSP hoch sitzt, geben Sie nicht auf. Ich habe einen Trick entdeckt, der Ihnen helfen kann, diese Challenge zu meistern. Er simuliert, was Frauen von Natur aus leichter fällt:
Die „Ein-Knie-Zuerst“-Strategie:
- Versuchen Sie, den Oberkörper leicht anzuheben (nur mit dem Rücken).
- Verbringen Sie so viel Gewicht wie möglich auf ein Knie und drücken Sie es langsam nach vorne in Richtung Brust.
- Sobald das Knie unter Ihren Bauch kommt, nutzen Sie diesen Punkt als neuen, fixierten Ankerpunkt, um das gesamte Gewicht davor zu verlagern. Das ist Ihr Momentum.
- Von dort aus sollte es mit einem schnellen Aufschwung gelingen, bevor Sie das Gleichgewicht verlieren.
Es geht nicht um Trizeps oder Quadrizeps; es geht darum, den Momentum-Vektor richtig zu setzen. Die Österreicher würden sagen: „Da zählt Schmäh und Technik, ned nur Kraft!“
Das Fazit: Es ist faszinierend zu sehen, wie kleine Unterschiede in unserer Anatomie große Auswirkungen auf scheinbar einfache alltägliche Bewegungen haben. Denken Sie daran, das nächste Mal, wenn Sie oder Ihr Partner sich mit einer Bewegung abmühen: Es liegt vielleicht nicht am Training, sondern einfach an der Schwerkraft.
Haben Sie diese Challenge selbst gemeistert? Oder sind Sie daran gescheitert? Teilen Sie uns unten in den Kommentaren mit, ob bei Ihnen Melitta (der einfachere Weg) oder Philipp (der härtere Weg) gewonnen hat!
