Warum österreichische Köche Lasagneplatten in die Winter-Minestrone geben

Warum österreichische Köche Lasagneplatten in die Winter-Minestrone geben

Hand aufs Herz: Fühlt sich Ihre Minestrone manchmal eher nach wässrigem Einheitsbrei an als nach dem cremigen, tiefgründigen Geschmack, den Sie aus dem Italienurlaub kennen? Sie sind nicht allein. Das liegt daran, dass die meisten genau einen wichtigen Schritt übersehen. Es ist der Unterschied zwischen einfacher Gemüsesuppe und jener Magie, die Sie den ganzen Winter wärmt.

Ich habe die Details des Rezepts von Spitzenkoch Alexander Herrmann analysiert und festgestellt: Der Schlüssel liegt in zwei überraschenden Zutaten. Und ja, eine davon sind unkonventionell verwendete Lasagneplatten. Wenn Sie diesen Artikel jetzt lesen, verwandeln Sie Ihre nächste Suppe in ein echtes Geschmackserlebnis, das jeder in Österreich liebt.

Der falsche Mythos: Warum das Gemüse nie weich wird, aber brennt

Der häufigste Fehler bei Minestrone ist Ungeduld. Man wirft alles in den Topf und hofft auf das Beste. Aber so entsteht kein tiefes Aroma. Die echten Profis im Salzkammergut machen es anders: Sie braten das Gemüse, bevor sie es kochen. Das ist der so genannte „Röstaroma-Boost“.

In meiner Küche habe ich gemerkt, dass die Reihenfolge entscheidend ist. Man beginnt nicht mit dem Lauch, sondern mit den harten Sachen:

  • Zwiebeln, Karotten und Weißkraut werden in Olivenöl angeschwitz. Nicht nur erhitzt, sondern wirklich angebraten, bis sie Farbe haben.
  • Dazu gehört auch der Trick mit dem Kraut (oder Wirsing): Es wird in grobe Fleckerl geschnitten und im Bräter hellbraun angeröstet. Das gibt der Suppe später eine erdige Tiefe, die Wasserdampf alleine nicht schafft.

Die Brühe kommt erst später. Das ist der Moment, in dem die Röstaromen „versiegelt“ werden, bevor Sie mit der Gemüsebrühe aufgießen. Dieses Verfahren kennen Sie vielleicht vom Gulasch, aber es funktioniert hier genauso gut.

Das Geheimnis der Textur: Warum Profis keine Spezialnudeln brauchen

Wenn Sie an die dicken, cremigen Minestronen denken, fragen Sie sich vielleicht, wie diese Textur ohne tonnenweise Sahne entsteht. Die Antwort ist überraschend einfach und spart Ihnen den Weg zum Spezialitätenladen:

Warum österreichische Köche Lasagneplatten in die Winter-Minestrone geben - image 1

Der Lasagneplatten-Hack für die Winter-Variante

Alexander Herrmann verwendet bei seinem Winter-Minestrone-Rezept Lasagneplatten. Das klingt kontraintuitiv, aber es ist genial. Die Platten werden in Stücke gebrochen, die ungefähr so groß sind wie die Krautfleckerl. Das sorgt nicht nur für einen besseren Biss, sondern erfüllt eine kulinarische Schlüsselfunktion:

  • Die Stärke, die beim Kochen aus den Platten austritt, verbindet und verdickt die gesamte Suppe.
  • Die Minestrone wird dadurch viel cremiger und sämiger, ohne zusätzliche Bindemittel. Das ist die perfekte, natürliche Bindung.

Tipp für echte Perfektionisten (und die, die gerne Nudelteig selbst machen): Wenn Sie den Nudelteig dünn ausrollen und selbst in „Fleckerl“ schneiden, wird die Textur noch feiner. Aber der Lasagneplatten-Hack ist die schnelle, zugängliche Lösung für jeden Haushalt in Wien oder Graz.

Wie eine Orange die Bohne rettet: Mein Tipp gegen fade Suppen

Die zweite Minestrone-Variante, meist mit Bohnen (Borlotti sind ideal) und Ditalini-Nudeln, hat oft ein Problem: Sie schmeckt am Ende etwas flach. Man würzt mit Salz und Pfeffer, aber es fehlt der „Kick“.

Viele übersehen die Kraft von Zitrus. Anstatt Essig oder Unmengen an Zitrone zu verwenden, gibt es einen eleganten Weg, die frische Säure zu integrieren:

Die geheime Zutat: Orangenabrieb.

Beim Abschmecken der Bohnen-Minestrone am Ende geben Sie nicht nur eine Prise Zucker hinzu (was das Tomatenaroma ausbalanciert), sondern auch etwas Abrieb einer unbehandelten Orange. Die Süße der Orange, kombiniert mit der leichten Bitterkeit der Schale, hebt Sellerie und Wirsing auf ein neues Level.

Das Ergebnis: Die Suppe schmeckt nicht nach Orange, sondern einfach komplexer und frischer. Dieser kleine Trick ist in der Spitzengastronomie gang und gäbe, aber der Durchschnittskoch ignoriert ihn oft.

Warum österreichische Köche Lasagneplatten in die Winter-Minestrone geben - image 2

So kochen Sie die perfekte Minestrone (Schritt für Schritt)

Fassen wir die essentiellen Schritte zusammen, damit Sie diesen Winter die beste Minestrone Österreichs kochen:

1. Anbraten (Röstaroma schaffen):
In einem großen Topf oder Bräter Zwiebeln, Karotten und Sellerie (oder Kraut) in Öl so lange anschwitzen und anbraten, bis sie Farbe haben. Knoblauch erst zum Schluss dazugeben, damit er nicht bitter wird.

2. Tomaten vorbereiten:
Egal ob Dosentomaten oder passierte. Für die Winter-Minestrone die Tomaten pürieren und durch ein feines Sieb passieren. Das sorgt für eine glattere Textur.

3. Köcheln lassen:
Die Brühe hinzufügen und sanft köcheln lassen. Die ideale Zeit liegt bei 45 Minuten bis eine Stunde – bis das Gemüse wirklich butterweich ist. Kräuter (Thymian) und/oder Bohnen kommen jetzt dazu.

4. Der Nudel-Trick:
Erst gegen Ende (etwa 10–15 Minuten vor dem Servieren) die Nudeln oder die gebrochenen Lasagneplatten hinzufügen. Nur so werden sie nicht zu matschig, sondern bleiben „al dente“ (bissfest).

5. Das Finale:
Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und dem Orangenabrieb (bei der Bohnenvariante) abschmecken. Mit geriebenem Parmesan und geröstetem Graubrot servieren.

Welcher Minestrone-Trick hat Sie am meisten überrascht? Haben Sie selbst ein Geheimnis, um die Suppe perfekt zu binden? Teilen Sie es mit uns in den Kommentaren! Wir sind gespannt auf Ihre österreichischen und italienischen Küchengeheimnisse.

Nach oben scrollen