Der Jänner. Draußen herrscht oft grauer Matsch oder eisiger Wind, und viele Gärtner denken, jetzt sei Pause. Sie könnten nicht falscher liegen! Ich habe in meiner Praxis beobachtet, dass die Gärtner, die im tiefsten Winter untätig bleiben, im Sommer oft nur mittelmäßige Ergebnisse erzielen. Der Jänner ist nicht die Zeit, um auszuruhen, sondern um die Weichen für eine Rekordernte zu stellen. Wenn Sie jetzt drei unscheinbare Dinge erledigen, sind Sie den Nachbarn im Juni meilenweit voraus – und das Beste: Das hat nichts mit Schaufeln zu tun.
Der Insider-Vorteil: Welche 5 frostharten Sorten Sie jetzt schon setzen können
Jeder glaubt, mit Aussaat beginnt man erst im März. Aber im österreichischen Klima können Sie, wenn Sie schlau sind, bereits jetzt einen Vorsprung gewinnen. Das Zauberwort heißt „geschützter Anbau“ und die Wahl der richtigen, kälteresistenten Sorten. Gerade wenn Sie regional in der Steiermark oder in Niederösterreich gärtnern, wo die Winter kalt sein können, zählen diese Sorten.
Wir nutzen die kürzeren Kältewellen optimal aus. Diese Pflanzen können Sie ab Jänner aussäen oder setzen:
- Knoblauch, Schalotten und Zwiebeln: Diese dürfen jetzt schon in die Erde.
- Karotten und Radieschen (unter Abdeckung): Wenn Sie ein Frühbeet oder einen Tunnel haben, legen Sie los. Früh geerntet sind Radieschen einfach unschlagbar knackig.
- Frühlingssalat und Batavia (geschützt): Gibt es etwas Besseres als den ersten knackigen Salat, während alle anderen noch warten?
- Dicke Bohne (Faba-Bohne): Setzen Sie diese jetzt in die Erde. Sie sind erstaunlich frostunempfindlich.
- Kresse und Spinat: Diese wachsen auch bei niedrigeren Temperaturen zuverlässig.
Mein Tipp: Achten Sie auf Sortenbezeichnungen wie „zum Treiben“, „frühe Sorte“ oder „Primeur“. Das sind die Codewörter für Pflanzen, die es kaum erwarten können, loszulegen.
Der oft vergessene Schritt: So bereiten Sie Ihr Beet für den Frühling vor
Viele entfernen im Herbst nur das Gröbste und lassen das Beet dann in Ruhe. Das ist ein Fehler. Obwohl der Boden hart ist, ist der Jänner die perfekte Zeit für vorbereitende Maßnahmen, die die Erde tiefgreifend nähren, bevor die Hauptsaison beginnt.

Gerade in Österreich, wo wir oft lehmige Böden haben, ist gute Bodenlockerung entscheidend. Aber Achtung: Das bedeutet nicht, die Schollen zu zerkleinern. Das wäre kontraproduktiv!
So bereiten Sie brachliegende Parzellen im Jänner vor:
- Lockern, nicht zerkleinern: Gehen Sie mit dem Spaten durch die ungenutzten Beete und lüften Sie die Erde. Lassen Sie die Schollen dabei intakt. Durch Frost werden sie auf natürliche Weise aufgebrochen, was eine unvergleichliche Bodenstruktur schafft.
- Ernährung für die Mikroben: Fügen Sie jetzt gut verrotteten Kompost, Algen oder Mist hinzu. Diese Nährstoffe haben den ganzen Winter Zeit, in den Boden einzuziehen und ihn zu beleben.
- Unkraut Jäten: Entfernen Sie jetzt jedes Unkraut, das den Winter überlebt hat. Das spart Ihnen immense Arbeit im März, wenn die Wildkräuter aggressiv zu wachsen beginnen.
Warum das jetzt wichtig ist? Das feuchte Winterwetter hilft den organischen Materialien, sich aufzulösen und tief in die Erde zu ziehen. Im Frühling ist der Boden so hungrig, dass er die Nährstoffe der neuen Pflanzen sofort aufnimmt.
Das unterschätzte Wundermittel: Warum Sie Holzasche niemals wegwerfen dürfen
Wenn Sie einen Kamin, einen Holzofen oder einen Pelletsofen haben, sitzen Sie auf einem verborgenen Schatz, den viele einfach in den Restmüll werfen. Ich sehe immer wieder, wie gut Gärtner abschneiden, die Asche richtig als Dünger einsetzen. Es ist im Grunde ein kostenloser, hochwirksamer Mineralien-Booster!
Holzasche ist extrem reich an Kalium, Magnesium und Kalzium. Das ist nicht nur Dünger, sondern auch ein Kalkersatz, der sauer gewordenen Boden neutralisiert.
Der Geheime Nutzen von Asche im Garten
Asche ist wie ein Luxus-Wellness-Programm für Ihre Pflanzen – aber nur, wenn Sie sie richtig anwenden:
- Kalzium-Boost: Neutralisiert saure Böden. Das ist perfekt für unser heimisches Gemüse, das kalkhaltige Böden liebt.
- Kalium-Dünger: Fördert die Bildung von Blüten und Früchten. Ein Muss für Tomaten und Beeren.
- Magnesium: Verbessert die Photosynthese. Ihre Pflanzen werden saftiger und grüner.
Die Anwendung: So düngen Sie im Jänner mit Asche
Da es jetzt oft feucht ist, warten Sie auf einen regenfreien Tag. Sammeln Sie die vollständig abgekühlte, reine Holzasche (keine Kohle, kein behandeltes Holz!).

- Nehmen Sie die Asche mit der Hand oder einem kleinen Sieb auf.
- Verteilen Sie die Asche „auf die Schnelle“ – werfen Sie sie locker über die Beete, als würden Sie Samen aussäen.
- Zielen Sie auf die Bereiche, wo später Tomaten, Kartoffeln oder Wurzelgemüse wachsen sollen. Beerensträucher und Obstbäume lieben diesen Zusatz ebenfalls.
Aber es gibt einen Haken: Heidelbeeren oder Rhododendren, die saure Böden benötigen, sollten Sie von Asche fernhalten. Für diese gilt: Weniger ist mehr.
Praktischer Lifehack: In 15 Minuten die Ernte sichern
Der Jänner ist auch die beste Zeit für die Wartung Ihrer Gartengeräte. Ein scharfes, sauberes Werkzeug schneidet sauberer, heilt Pflanzenwunden schneller und vermeidet die Übertragung von Krankheiten. Ich habe bemerkt, dass Gärtner, die ihre Scheren und Spaten pflegen, weniger Probleme mit Pflanzenkrankheiten haben.
Das müssen Sie jetzt tun:
- Reinigen: Entfernen Sie Erde und Harzrückstände. Schmutz speichert Feuchtigkeit und verursacht Rost. Seifenwasser reicht oft aus.
- Rost entfernen: Bei hartnäckigem Rost helfen Stahldrahtbürsten und Stahlwolle. Stark verrostete Teile können Sie über Nacht in einem Eimer mit Essigwasser einweichen.
- Schärfen: Schärfen Sie Klingen und behalten Sie den ursprünglichen Schnittwinkel bei. Scharfe Klingen garantieren Ihnen im Frühling schnelle, präzise Schnitte.
- Desinfizieren: Wischen Sie Klingen mit Brennspiritus ab. Das tötet Pilzsporen und Viren ab, die sonst von Pflanze zu Pflanze wandern.
- Schmieren: Ölen Sie Gelenke alter Werkzeuge mit Maschinenfett oder Öl, damit sie im Frühling wieder leichtgängig sind.
Diese 15 Minuten im Jänner sparen Ihnen im Sommer viel Frust mit stumpfen Scheren und kaputten Spaten, die mitten in der Arbeit brechen.
Der Jänner im Garten ist kein Stillstand, sondern eine strategische Ruhephase. Nutzen Sie diese Zeit, um im Stillen die Voraussetzungen für einen üppigen Sommer zu schaffen. Die Vorbereitung des Bodens, das Sammeln von Asche und die Pflege der Werkzeuge sind die unsichtbaren Schritte, die den Amateur vom echten Profi unterscheiden.
Welchen dieser „stillen“ Jänner-Tipps setzen Sie dieses Jahr zum ersten Mal um? Erzählen Sie es uns in den Kommentaren!
