Darum setzen erfahrene Eisstockschützen immer diesen Gummi-Puck ein: Die unterschätzte Waffe der Amateure

Darum setzen erfahrene Eisstockschützen immer diesen Gummi-Puck ein: Die unterschätzte Waffe der Amateure

Wenn die Temperaturen fallen und die Seen zufrieren, denken die meisten an Eislaufen. Aber es gibt einen Sport, der in Österreich (und Bayern) tief verwurzelt ist und den du wahrscheinlich falsch einschätzt: das Eisstockschießen. Ich habe mit Meistern dieser Zunft gesprochen und dabei bemerkt, dass die Regeln, die du aus dem Freizeitsport kennst, oft nur die halbe Wahrheit sind.

Es geht nicht nur darum, den Stock irgendwie nach vorne zu schieben. Es geht um Strategie, eine kleine Gummischeibe und einen mysteriösen „Moar“. Und genau dieses Insider-Wissen verändert das Spiel komplett. Lies weiter, um zu erfahren, wie du das nächste Wirtshaus-Duell dominierst – auch wenn du noch nie einen Stock in der Hand hattest.

Die „Daube“: Warum dieser Gummipuck die Schlacht entscheidet

Bevor wir über Punkte sprechen, müssen wir über das Ziel sprechen. Es ist die sogenannte Daube. Viele sehen sie nur als unbewegliches Ziel. Ein großer Irrtum!

Die Daube ist meistens rund, aus Gummi (Durchmesser 12 cm), und sie ist der Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg. Die gesamte Dynamik dreht sich darum, den eigenen Stock so nah wie möglich an sie heranzubringen. Oder, und das ist der Trick:

  • Du nutzt die Daube, um gegnerische Stöcke wegzuschießen.
  • Du „versteckst“ deine eigenen Stöcke hinter der Daube, um sie für den Gegner unzugänglich zu machen.
  • Jeder Stock, der näher an der Daube liegt als der beste des Gegners, bringt Punkte.

In meiner Beobachtung beim Training in einer kalten Halle in Tirol habe ich gesehen, dass Anfänger direkt auf die Daube zielen. Profis zielen auf den Bereich davor und lassen den Stock langsam zum Ziel gleiten. Das ist der Unterschied zwischen Glück und Präzision.

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Das Regelwerk für den Stammtisch: „Kehre“, „Moar“ und der 9-Punkte-Coup

Im Freizeitsport wird oft nach Gefühl gespielt, aber wenn du wirklich glänzen willst, musst du die Turnierbegriffe kennen. Sie sind der Rahmen, der Taktik erst möglich macht.

Was ist eine Kehre? (Eine Spielrunde)

Beim organisierten Eisstockschießen spielt man in der Regel sechs Kehren. Das ist ein Spieldurchgang, nach dem die Punkte gezählt werden. Wer am Ende mehr „Stockpunkte“ hat, gewinnt die Runde (und bekommt in der Tabelle 2 Punkte).

Das unfaire Detail: Ein Stock, der näher an der Daube liegt als der beste des Gegners, bringt 3 Punkte. Jeder weitere eigene Stock, der besser liegt, bringt je 2 Punkte. Das bedeutet:

  • Du kannst maximal 9 Punkte in einer Kehre sammeln, wenn du vier Stöcke optimal platzierst.
  • Die höchste Punktzahl bedeutet oft, dass du den Gegner im Prinzip komplett dominiert hast.

Der „Moar“: Der heimliche Team-Chef

Beim Turnier besteht ein Team aus vier Personen. Wenn die Teams ungleich sind – etwa weil jemand fehlt – wird ein „Moar“ bestimmt. Der Moar ist der Ersatzschütze und darf zweimal schießen!

Mein Tipp: Wenn du in einer Hobbygruppe spielst und weißt, dass jemand unschlagbar gut ist, wähle ihn zum Moar bei ungeraden Teams. Das verdoppelt die Erfolgschancen des besten Spielers.

Der Lifehack: Schuhe, die dich zum Sieger machen

Viele übersehen die Ausrüstung. Die Stöcke kann man leihen, aber die Schuhe? Für sicheres Eisstockschießen brauchst du unbedingt Rutschfestigkeit. Denk an das Wetter in der Steiermark im Jänner: feuchtes, rutschiges Eis ist tückisch.

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Die Profi-Lösung: Spikes.

Vergiss normale Winterstiefel. Investiere in Spikes oder wenigstens gut profilierte, gefütterte Schuhe. Ein sicherer Stand ist das A und O für einen präzisen Schuss. Ich habe selbst erlebt, wie jemand wegen eines Rutsches seinen perfekt geplanten Schuss komplett verpatzt hat. Deine Füße sind dein Fundament – behandle sie auch so!

„A Maß!“ – Das wichtigste Wort auf dem Eis (und es ist kein Bier)

Wenn du diesen Ruf beim Eisstockschießen hörst, dann geht es meistens nicht darum, den Kellner zu rufen. „A Maß“ bedeutet, dass der Eisstock extrem nahe an der Daube liegt. Es ist ein Ausdruck der Bewunderung und quasi die Ankündigung des Sieges in der Kehre.

Wenn du also das nächste Mal auf dem gefrorenen Weiher stehst (oder in der Halle, was ich wegen der gleichbleibenden Bedingungen bevorzuge), denk daran:

  • Die richtige Sohle des Stocks (die „Laufsohle“) passt zur Eisart.
  • Der Moar ist dein Ass im Ärmel.
  • Und die Daube ist nicht nur ein Ziel, sondern ein Manöver-Instrument.

Mit diesem Wissen spielst du nicht nur mit, sondern bist sofort ein ernstzunehmender Gegner.

Hast du schon einmal mit diesen offiziellen Regeln gespielt oder kennst du witzige regionale Abwandlungen?

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